27. Juli 2010

Mit Diabetes ins Ausland? Tipps und Diabetes-Wörterbuch

Wenn die Nachbarn die Koffer packen, bleiben viele Diabetiker zuhause. Sie fürchten unkalkulierbare Risiken am Urlaubsort. Wie funktioniert das alles? Was muss beachtet werden? Geht das überhaupt oder ist es zu gefährlich?
Während Ärzte vor 20 Jahren Diabetikern von Flugreisen abgeraten haben, so ist es heute kein Problem mehr, mit seinem Diabetes zu verreisen. Egal wohin. Also machen Sie sich nicht verrückt! Achten Sie auf Ihren Körper und überprüfen Sie Ihre Werte lieber einmal mehr nach als nötig! Den größten Einfluss auf den Zuckerstoffwechsel bei einer Reise in die Sonne hat die Temperatur, denn die Insulinwirkung ist temperaturabhängig. Es spielt dabei keine Rolle, ob das Insulin gespritzt wurde (Typ I), oder mittels Tabletten die eigene Insulinproduktion angeregt wurde (Typ II). Hitze kann den Zucker drücken. Regulieren Sie die Dosis entsprechend oder essen Sie einen leckeren Happen zwischendurch.

Insbesondere bei Fernreisen gehört eine gewisse Portion Stress einfach dazu. Flug, Zeitverschiebung, fremde Kultur und Vorfreude auf die kommenden Tage können im Körper automatisch eine Alarmreaktion auslösen, die den Blutzuckerspiegel schon einmal ins Wanken geraten lässt. Doch auch hier heißt es Ruhe bewahren und nachmessen.

Hypoglykämiegefahr besteht auch nach längeren Flügen während der ersten Nacht. Hier wähnt man sich in Sicherheit, weil der Reisestress nun überstanden ist. Eine zusätzliche von dem Schlafengehen mit gegebenenfalls ein paar Extra-Kohlenhydraten sorgt für die komplikationslose Nachtruhe.

Je nach Reiseziel oder Art der Reise ändert sich das Maß an körperlicher Aktivität im Vergleich zum Alltag zu Hause. Vielleicht bewegen Sie sich mehr, weil Sie viel wandern oder schwimmen. Oder Sie bewegen sich weniger, weil Sie das ganze Jahr über einer körperlich anstrengenden Arbeit nachgehen und jetzt endlich einmal faul am Strand liegen wollen.
Wie auch immer. Denken Sie daran: Muskelarbeit wirkt wie Insulin!

Achten Sie trotz Urlaubsstimmung auf eine gewisse Regelmäßigkeit im Tagesablauf. Durch das Weglassen von Mahlzeiten, das Essen zu ungewohnten Zeiten oder Alkoholkonsum kommen die Blutzuckerwerte gern mal durcheinander.

Egal, wohin die Urlaubsreise geht – ob in den sonnigen Süden oder in den Tiefschnee der Alpen -, die Aufbewahrung der Diabetiker-Utensilien, und hierbei speziell des Insulins, gehört in die Hände des Diabetikers. Die Insulinpatronen sollten bei einer Temperatur von circa 2°C bis 8° C gelagert werden. WICHTIG: Nie Medikamente in den Frachtraum des Flugzeugs verschwinden lassen. Dort herrschen Minus-Grade, die Medikamente zerstören und unwirksam machen können. Tragen Sie Ihre Ausrüstung immer im Handgepäck bei sich.

Niemand wünscht sich, im Urlaub einen fremden Arzt besuchen zu müssen. Aber manchmal lässt sich das leider nicht vermeiden (beispielsweise, wenn der Reisedurchfall Sie doch erwischt hat). Damit Sie in so einem Fall die sprachlichen Hürden problemlos überwinden und sich verständigen können, gibt es den “Sprachführer Diabetes” von Novartis Pharma in den fünf Sprachen Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und Türkisch. Er enthält auch eine hilfreiche Checkliste für die Reisevorbereitungen. HIer können Sie sich den NOvartis-Sprachführer herunterladen:  novartis-diabetes-sprachfuehrer

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24. Januar 2009

Behandlung von Wirbelsäulentumoren mittels CyberKnife

Die weltweit größte Studie an Patienten, die ohne einen Metallmarker radiochirurgisch an der Wirbelsäule behandelt wurden, belegt die Effektivität und Sicherheit der CyberKnife-Technologie (SPINE, Volume 33, Number 26, pp2929-2934, 2008). Zwischen 2005 und 2007 wurden 102 Patienten mit ein oder zwei spinalen Tumoren am Europäischen CyberKnife-Zentrum München-Großhadern in Kooperation mit dem Klinikum der Universität München (LMU) behandelt. Bei den insgesamt 134 Tumoren handelte es sich um sekundäre bösartige Geschwulste bei Patienten mit Brust-, Nieren-, Darm-, Prostata- und Lungenkrebs sowie Sarkomen (Tumore des Stützgewebes). Besonders auffällig war die rasche Schmerzreduktion bereits eine Woche nach der Bestrahlung des Krebsgewebes. Durch die nur einmalige Bestrahlung, die ambulant und ohne Medikation auskommt, verringern sich die Kosten gegenüber einer klassischen Operation erheblich. Auch die Komplikationsraten sind im Vergleich dazu niedriger.

Sofern durch den Tumor die Stabilität der Wirbelsäule beeinträchtigt ist, empfehlen die Wissenschaftler eine radiochirurgische Behandlung vor stabilisierenden Eingriffen wie einer Kyphoplastie, bei der z.B. Mit einem speziellen Biozement Wirbelbrüche behoben werden können.

Die spinale Strahlenchirurgie ist eine relativ neue Methode zur primären oder ergänzenden Behandlung von Tumoren an der Wirbelsäule. Ähnlich der neurochirurgischen Strahlenchirurgie des Gehirns ist dazu eine hohe Zielgenauigkeit nötig, da sich im Umfeld sehr strahlen- empfindliche Strukturen, wie das Rückenmark, befinden. Die natürliche Bewegung des Zielgebietes im Wirbelsäulenbereich, beispielweise durch die Atmung, stellt eine besondere Herausforderung dar, weil der Patient auf dem Behandlungstisch bei einer CyberKnife Behandlung nicht fixiert wird. Durch die Atembewegung verändert sich während einer Bestrahlung die Position der zu bestrahlenden Geschwulst. Um diese räumlichen Veränderungen auszugleichen, benötigten die Systeme bisher invasive Markierungen. Dazu mussten in einem kleinen chirurgischen Eingriff Metallplättchen an der Wirbelsäule angebracht werden, die dann mit den bildgebenden Verfahren während der Bestrahlung eine Lageortung des zu bestrahlenden Gewebes ermöglichten.

Jetzt entfällt bei der CyberKnife Technologie die Notwendigkeit von Metallmarkern. Stattdessen werden knöcherne Strukturen genutzt, um eine dynamische Positionsbestimmung vorzunehmen (Xsight Spine Tracking System). Das System kann die Strahleneinheit jeweils auf das Zielgebiet adjustieren, indem es die Bewegungen von knöchernen Strukturen der Wirbelsäule misst und daraus in Echtzeit die Ortsberechnung des Tumors vornimmt. Damit wird die Behandlung schonender für den Patienten und zugleich sicherer, weil den Betroffenen ein chirurgischer Eingriff zur Implantation der Marker erspart bleibt und Schmerzen sowie eventuell dadurch auftretende Komplikationen vermieden werden können (Journal of Neurosurgery Spine: Vol. 5, October 2006)

Wirkung der Strahlen in der Tumorzelle
Die wichtigste Aufgabe der Strahlenchirurgie ist die homogene Bestrahlung eines festgelegten Zielvolumens. Dabei sollen die gesunden Körperteile in der Tumorumgebung so wenig wie möglich von Strahlen getroffen werden. Um dies zu erreichen, wird zuerst ein Bestrahlungsgerät mit geeigneter Strahlenart und Energie gewählt und die Tumorregion aus verschiedenen Richtungen bestrahlt. Bei der CyberKnife Technologie rotiert die Bestrahlungseinheit um den Patienten – typisch sind bis zu 150 (aus 1200 möglichen) Einstrahlrichtungen pro Behandlung.
Durch die ionisierende, hochenergetische Photonen-Strahlung, die in einem Beschleuniger erzeugt werden, werden in den Tumorzellen Schäden am Erbgut (DNA) verursacht, die letztlich zum Zelltod führen. Die CyberKnife Technologie steuert dabei die Bestrahlung so, dass die für die Krebszellen tödliche Dosis nur im Zielgebiet (Tumor) erreicht wird, das umliegende, gesunde Gewebe jedoch verschont bleibt bzw. durch die Photonen nicht nachhaltig geschädigt wird. Meist reicht eine einzige ambulante Behandlung mit einer mittleren Dauer von 60 Minuten aus. Die Bestrahlung ist schmerzfrei, eine Narkose nicht nötig.

Europäisches CyberKnife Zentrum München-Großhadern Das erste CyberKnife Zentrum in Deutschland wurde am 1. Juli 2005 in Kooperation mit dem Klinikum der Universität München (LMU) eröffnet. Mit Hilfe einer bildgeführten Robotersteuerung kann hochpräzise eine Tumor zerstörende Strahlendosis auf ein genau definiertes Zielvolumen gerichtet werden, wobei die umliegenden, gesunden Strukturen geschont werden. Bei der Behandlung überschneiden sich schwache Strahlenbündel aus vielen verschiedenen Richtungen im Tumor, wo sie sich zur Gesamtdosis aufsummieren. Durch die Entwicklung der CyberKnife Technologie mit einer Kombination aus integrierter Bildführung und Robotersteuerung zeichnet sich eine völlig neue, nicht-invasive Behandlungsmöglichkeit ab.

Ansprechpartner:
PD Dr. Alexander Muacevic, PD Dr. Berndt Wowra Europäisches CyberKnife Zentrum München Großhadern Max-Lebsche-Platz 31
813777 München
Tel: +49 (0)89 4523360
Fax: +49 (0)89 45233616
E-Mail: info@cyber-knif…

Prof. Dr. Jörg-Christian Tonn
Neurochirurgische Klinik und Poliklinik
Klinikum der Universität München (LMU) – Campus Großhadern Tel: 089/7095-0

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28. November 2008

Mineralwasser als Heilmittel

Diese an der ETH Zürich entstandene Dissertation von Priska Binz Nocco ist kürzlich als Buch bei der Schweizerischen Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie, Bern, erschienen und behandelt beispielhaft die medizinisch-pharmazeutischen Aspekte der Mineralwässer im Tessin des 19. und frühen 20. Jahrhunderts.

Es ist erfreulich, dass mit dieser Publikation endlich wieder einmal auf die medizinisch bedeutsame Wirkung vieler Mineralwässer aufmerksam gemacht wird. Nachdem über mehr als zweitausend Jahre die Erfahrungsmedizin Erkenntnisse über die erfolgreiche Anwendung bestimmter Heilwässer gewonnen und sie auch zahlreichen Indikationen gezielt zuordnen konnte, beschäftigte sich die wissenschaftliche Literatur seit Beginn des 19. Jahrhunderts in zunehmendem Umfang mit Mineralwässern, so dass diese mit ihren Inhaltsstoffen als gesetzlich verankerte Arzneimittel mit ihren Monographien Aufnahme in die internationalen Arzneibücher fanden. In diesem Zusammenhang steht das Aufblühen des Bäderwesens in der zweiten Hälfte des 19. und ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, das zu einem nicht zu unterschätzenden Wirtschaftsfaktor, gerade auch in der Schweiz wurde. Um so bedauerlicher ist es, dass seit Mitte des 20. Jahrhunderts Bestrebungen – offensichtlich von interessierter Seite – dazu führten, den medizinischen Wert der Heilwässer gesetzlich zu demontieren. So unterliegen in der Schweiz Heilwässer, wie auch alle anderen Mineralwässer, heute den Bestimmungen der Lebensmittelverordnung, wonach jeglicher Hinweis auf medizinische Wirkungen verboten ist. So versuchten die Heilbäder eine Flucht nach vorn anzutreten und mutierten, nur bedingt mit Erfolg, zu Wellnessbädern und sind gezwungen, die möglichen medizinischen Anwendungen ihrer Mineralwässer zu verschweigen und lediglich auf ihre physikalisch/physiatherapeutische Wirksamkeit (Auftrieb und Wärme) zu beschränken.

Mit dieser Entwicklung ist auch die Zahl der  Publikationen über die medizinischen Wirkungen von Mineral- und Heilwässern praktisch zum Erliegen gekommen. Die Arbeit von Priska Binz Nocco kann damit allen Interessierten wertvolles Wissen vermitteln, das anderswo kaum noch zu finden ist. Dabei ist die räumliche Beschränkung auf das Tessin unerheblich, weil die Darstellung in weiten Teilen allgemeingültig ist.

So beschäftigt sich die Autorin zuerst in einem geschichtlichen Rückblick mit der gesundheitlichen Nutzung von Mineralquellen in ganz Europa und der arabischen Welt.

Interessant, kaum bekannt und mit Schwerpunkt dargestellt, wird der grosse Anteil, den das Apothekerwesen in früheren Zeiten an der medizinischen Nutzung der Mineralwässer hatte, vor allem, dass Apotheker als Erste Methoden zur Analyse der Wässer entwickelten und Analysen als Dienstleistung anboten, so dass Heilbäder und Quellenbetreiber ihre Wässer mit eindeutiger Identifikation anbieten konnten.

In diesem Zusammenhang wird sowohl auf die Entwicklung der Mineralwasseranalyse, einschliesslich ihrer Klassifizierung und die gesetzlichen Bestimmungen für Mineralwässer, im Wandel der Zeit eingegangen. Erstaunlich im Rückblick ist daneben das starke Engagement der Apotheken im Handel mit Mineralwässern, die auch über weite Distanzen beschafft und an Genesung suchende ausgeliefert wurden.

Als ein anderer, wesentlicher, heute fast bedeutungslos gewordener Sortiments-Bereich für Apotheken in damaliger Zeit, wird die Herstellung, vor allem aber der Verkauf von Trockensubstanzen der Mineralwässer dargestellt. (Als heute noch erhältlich seien die Vichy-, Emser oder Bad Heilbrunner Pastillen beispielhaft erwähnt).

Kurios wirkt auf heutige Leser, dass Apotheker zur damaligen Zeit in erheblichem Umfang künstliche Mineralwässer herstellten, indem sie einem örtlichen Trinkwasser Inhaltsstoffe gemäss der bekannten Analysen zufügten.

In einem weiteren, wesentlichen Teil der Schrift, beschäftigt sich die Autorin mit der Balneologie, der damaligen Mineralquellenforschung, der wissenschaftlichen Balneologie in ihrer Organisation, sowie der balneologischen Literatur und schliesslich der therapeutischen Anwendung von Mineralwässern für Bade- und Trinkkuren und die medizinische Betreuung der Patienten während der Kur.

Es folgt die detaillierte Darstellung der damals bestehenden und heute noch im Tessin existierenden Thermalquellen und ihre Nutzung sowie abschliessend, anhand von Dokumenten der noch heute bestehenden Farmacia Vantussi in Bellinzona, die damalige starke Einbindung von Apotheken  in die Anwendung von Mineralwässern. So hat im Anhang, neben verschiedenen Abbildungen, auch die Wiedergabe von Mineralwasserverschreibungen der Apotheke Vantussi Aufnahme gefunden.

Vor allem fachlich interessierte Leserinnen und Leser werden das angefügte umfangreiche Quell- und Literaturverzeichnis für die weitere Erkundung des Generalthemas Mineralwasser zu schätzen wissen. Überhaupt sprengt die Autorin mit ihrem Werk die selbst gestellte Einschränkung auf das Tessin und die Einordnung in die Rubrik „Geschichte der Pharmazie“ mit Informationen, die einen breiteren Leserkreis interessieren dürfte.

Zu beziehen ist das Werk über den Schweizerischen Apothekerverband:

Priska Binz Nocco:
Mineralwasser als Heilmittel
Verlag Schweizerische Geschichte der Pharmazie
Band 29
Schwyz, 2008
Broschur, 404 Seiten
ISBN 3-9522758-6-7
CHF 40.-, EURO 25.-

Bestellungen bitte per Adresse:
Schweizerische Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie
c/o Schweizerischer Apothekerverband
Frau Ursula Streit
Stationsstrasse 12
CH-3097 Bern-Liebefeld

Fax-Nummer: +41 31 978 58 59

E-Mail-Adresse: ursula.streit@p…

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