15. August 2010

Verdauungsstörungen? Oft gilt: Die Milch macht‘s

Die wenigsten ahnen, dass gar keine Infektion dahinter steckt. Sie schreiben ihre regelmäßigen Durchfälle auf das Konto von Salmonellen, Choleraerregern oder der Amöbenruhr. Dabei steckt ein harmloser Stoff dahinter, den gesunde Menschen problemlos vertragen: Milchzucker. Er verursacht Blähungen, Kopfschmerzen, Darmkoliken, Durchfall, Übelkeit. Schon zwölf Millionen Deutsche sind betroffen! Und die meisten wissen gar nicht, was da wirklich los ist.

Die Milch macht‘s – gelegentlich allerdings auch erhebliche Verdauungsprobleme. Der Auslöser, Laktose-Unverträglichkeit ist immer weiter verbreitet und in Deutschland fast schon eine Volkskrankheit.

Diese Form von Alltagsdurchfall, in der ärztlichen Fachsprache Laktose-Intoleranz genannt (zu Deutsch: Milchzucker-Unverträglichkeit), ist auf dem besten Weg, eine Volkskrankheit zu werden. Denn die Deutschen essen mehr Milchprodukte als je zuvor. Dies vielfach auch, ohne es überhaupt zu wissen. Denn Milchzucker steckt eben nicht nur in Milch und Käse, Sahne und Quark, sondern auch häufig in Wiener Würstchen, Backwaren, Zuckersachen, Pommes, Süßstofftabletten und vielen Medikamenten.

Es ist also nicht ganz einfach, den Übeltäter zu meiden. Aber es ist relativ einfach, festzustellen, ob man zu den Betroffenen gehört: Man geht zum Arzt und lässt einen Laktose-Test machen. Zu diesem Zweck muss man morgens nüchtern erscheinen und erhält eine Lösung mit 50 Gramm Milchzucker zu trinken. Dann wird in zeitlichen Abständen etwas Blut entnommen beziehungsweise der Wasserstoffanteil in der Atemluft gemessen. Beide Verfahren geben Aufschluss darüber, ob der Milchzucker in abnormaler Weise vom Körper verwertet wird.

Bei der Laktose-Intoleranz liegt ein Enzym-Defekt vor – bei Männern wie Frauen etwa gleich häufig. Der Organismus bildet zu wenig (oder gar kein) Enzym Laktase. Das braucht er aber, um den Zweifachzucker Laktose in seine Bestandteile Traubenzucker und Galaktose aufzuspalten.

Mit den Jahren nimmt die Enzymtätigkeit des Menschen stark ab. Bei Personen über 40 ist nur noch zehn Prozent der Laktasetätigkeit eines Säuglings vorhanden. Fehlt das Enzym, wird der Milchzucker in tiefere Abschnitte des Darms abgeschoben, wo Bakterien ihn zersetzen zu Wasserstoff, Kohlendioxid und Methan. Diese Kleinmoleküle ziehen Wasser aus dem Organismus in den Darm; entstehende organische Säuren aktivieren die Darmbewegung, und schon ist der schönste Durchfall im Gang.

Heftige Blähungen, Schwindel und Übelkeit können sich einstellen, auch depressive Verstimmungen oder unreine Haut. Bei einem englischen Patienten kamen die Ärzte erst nach 26 Jahren des Leidens unter Muskelschmerzen, Müdigkeit, Bluthochdruck und Herzrasen auf die richtige Diagnose: Laktose-Intoleranz.

Wer es hat, dem hilft nur eines: Milchzucker meiden! Das ist leichter gesagt als getan. Denn die Industrie nimmt Laktose gern her. Milchzucker sorgt bei abgepackter Wurst und Würstchen für angenehmen Biss, er verleiht Pommes und Kroketten beim Braten verlockend braune Kruste, er verändert die Kristallstrukturen von Zucker in Süßigkeiten und bindet als Träger Süßstoff ebenso wie viele Arzneimittel.

Deshalb heißt es für Betroffene, beim Einkauf aufzupassen. Laktose kann vorkommen in Margarine und Butter, Wurst, Salatdressings, Nuss-Nougat-Creme, Torten und Kuchen, Knödeln aus der Packung, Hamburgern, Ketchup und Mayo, Soßenbindern und Streuwürze, Schokoriegeln und Bouillon, Kartoffelpüree und Gewürzmischungen.

Unbedenklich sind: Obst, Gemüse, Fruchtsäfte, Kaffee, Tee, Öl, Reis, Nudeln, Kartoffeln, Sojamilch, Frischfleisch, frischer Fisch und Geflügel, Eier, Zucker, flüssiger Süßstoff, Hülsenfrüchte, Getreide, Gemüsesaft, Salz und Nüsse. Zwei Milchprodukte werden übrigens von Laktose-Patienten meist gut vertragen: Joghurt und Kefir. Die darin enthaltenen Laktobazillen ersetzen sozusagen die Laktase – und helfen den Milchzucker im Darm abzubauen.

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14. August 2010

Haut: Was uns alt aussehen lässt

Ob wir wollen oder nicht: Wir werden älter, und das kann man uns mit den Jahren immer deutlicher vom Gesicht ablesen. Denn die Haut altert ebenso wie alle anderen Organe unseres Körpers. Dieser Prozess ist genetisch programmiert. Wie lange wir jung aussehen, liegt nicht nur an unseren Genen. Fast ebenso großen Einfluss, nämlich 40 Prozent des Alterungstempos, hat der Lebensstil.

US-Forscher haben im Rahmen einer Zwillingsstudie untersucht, welche äußeren Faktoren für die Hautalterung besonders entscheidend sind. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie im Fachblatt “Archives of Dermatology” (Arch Dermatol 2009; 145(12): 1375-1379).

Kathryn J. Martires von der Case Western Reserve School of Medicine in Cleveland und ihre Kollegen haben dazu das Hautbild von 65 Zwillingspaaren begutachtet und die Teilnehmer ausführlich zu ihren Lebensgewohnheiten befragt. Dabei bestätigte sich erneut, dass Sonnenlicht die Hautalterung beschleunigt. Viel Sonne verursacht auch Pigmentstörungen, tiefen Falten, erweiterte Blutgefäße und Hautkrebs. Der Gebrauch von Sonnenschutzmitteln kann die Hautalterung nachweislich verzögern.
Der zweitgrößte Faktor für die Hautalterung war das Rauchen, gefolgt von Übergewicht. Zum Erstaunen der Wissenschaftler scheint Alkoholgenuss der sonnenbedingten Hautalterung signifikant entgegenzuwirken. Hautfaltenbeschleuniger sind außerdem ungesunde Ernährung, mangelnde Bewegung, Schlafmangel, Kälte, Wind und Hitze.

Die wichtigsten Veränderungen während der Hautalterung passieren in der Lederhaut. Diese Hautschicht besteht hauptsächlich aus Bindegewebszellen, den so genannten Fibroblasten, und Bindegewebsfasern aus Collagen und Elastin. In der jungen Haut arbeiten beide Fasertypen perfekt zusammen: Das Collagen macht das Gewebe stabil und zugfest, das gummiartige Elastin hingegen sorgt dafür, dass das Ganze dehnbar bleibt. Im Alter jedoch sinkt die Zahl der Collagenfasern, elastischen Fasern und Blutgefäßen. Die Zellen der Oberhaut teilen sich nur noch alle 50 statt – wie in jungen Jahren – alle 27 Tage. Die reife Haut präsentiert sich dünner und trockener als die jugendliche. Ihre Elastizität schwindet und die mimischen Fähigkeiten der Gesichtszüge nehmen ab. Dafür werden immer mehr Falten sichtbar.

Eine gesunde Ernährung und ein ausgewogener Lebensstil mit wenig Nikotin, viel Schlaf, Wasser und ausreichender Bewegung unterstützen ein gesundes Aussehen. Eine gute Pflege und die Prophylaxe von Lichtschäden können die Hautalterung hinauszögern und in ihrer Intensität mildern. Zudem hilft eine Vielzahl von Pflegeprodukten, mit den sichtbaren Begleiterscheinungen des Älterwerdens fertig zu werden.

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13. August 2010

Dicke Finger am Morgen? Erfahren Sie, was hilft!

Ist Ihnen das auch schon passiert? Sie wachen frühmorgens auf, schauen in den Spiegel und sind nicht wirklich zufrieden, was sie sehen. Sie sehen total verschlafen aus, Ihr Gesicht ist verschwollen wie nach einer durchheulten Nacht. Sie wollen Ihren Ring anstecken, doch dieser passt nicht mehr, denn auch die Finger sind angeschwollen. Wenn Sie dann Ihre Straßenschuhe anziehen, scheinen diese über Nacht zu klein geworden zu sein…
Schuld ist oft Wasser, was sich eingelagert hat. Doch wie kann das einfach so über Nacht passieren?

Die Ursache kann ein Ungleichgewicht zwischen Flüssigkeitszufluss und Flüssigkeitsabfluss im Bindegewebe sein. Dieses entsteht beispielsweise durch eine erhöhte Konzentration an Natrium-Ionen im Körper. Salz (Natriumchlorid), so scheint es, geht unter die Haut. Es bindet das Wasser im Körper.

Natriumchlorid ist das Salz des Zellzwischenraumes. Kaliumchlorid dominiert im Inneren den Zellen. Beide sollten im ausgewogenen Verhältnis zueinander vorliegen. Eine vermehrte Natriumaufnahme führt zu einer Ausdehnung des Volumens rund um die Zellen. Es kommt zu geschwollenen Füßen, Fingern oder dem typischen “verschlafenen” Gesicht.

Salz galt im Mittelalter als “weißes Gold” und wurde mit Edelsteinen aufgewogen. Vom Status als Luxusgut ist heute kaum etwas übrig geblieben. Vielmehr gilt ein hoher Salzkonsum seit vielen Jahren als Risikofaktor für Bluthochdruck. Rund neun Gramm Kochsalz nimmt ein Durchschnittsbürger der Industrienationen heute pro Tag zu sich. “Der Mensch ist heute das einzige frei lebende Landsäugetier, das mit der Ernährung mehr Natrium als Kalium zu sich nimmt”, bringt es der Evolutionsmediziner Boyd Eaton aus den USA auf den Punkt. Das Verhältnis von Natrium und Kalium hat sich im Vergleich zum Mittelalter umgekehrt.

Wer seinen Salzkonsum senkt, tut Blutdruck, Hirn und Herz einen Gefallen. Unter sechs Gramm pro Tag können eine Absenkung des systolischen Blutdrucks um vier bis sechs mmHg bringen, sagt die Deutsche Hochdruckliga in ihrer aktuellen Leitlinie. Sechs Gramm Salz entsprechen etwa einem gehäuften Teelöffel.

Tipps: Wassertabletten, Kaliumaspartat, Natriumreduziertes Salz

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