18. April 2006

Nach dem Herzinfarkt: die richtige Strategie wählen

Die Risiken, einen Herzinfarkt zu erleiden, sind seit längerem wissenschaftlich erwiesen. Leider werden die darauf fussenden Ratschläge von den wenigsten Menschen ernst genommen. Daher ist die Zahl der Herzinfarkte “ vor allem in der westlichen Welt “ äusserst hoch und Herzinfarkte nehmen in der Sterbestatistik immer noch den ersten Rang ein.

Auch und gerade nach einem glücklich überstandenem Herzinfarkt ist es dann notwendig, einer drohende Wiederholung mit allen nur möglichen Mitteln vorzubeugen und ganz konsequent entsprechende Massnahmen zu ergreifen.

Allerdings zeigt sich immer wieder, dass der eigene Wunsch und Wille der Patienten meist nicht ausreicht das Richtige “ auch nach Vorschlägen der Ärzte – in Eigenregie erfolgreich durchzuführen.

Daher ist es unbedingt ratsam, Rehamassnahmen zu nutzen, bei der eine fachlich optimale Einstellung der Parameter und laufende Kontrolle für eine optimale Lebensführung sorgt, die einem möglichen, erneuten Herzinfarkt entgegenwirkt. Alle Massnahmen dienen natürlich dazu, das angegriffenen, geschwächte Herz zu stärken. Durch geeignete Rehamassnahmen werden auch durch den Infarkt gelähmte Teile der Herzmuskeln regeneriert und der Körper veranlasst neue Herzkranzgefässe zu bilden.

Gut geeignet sind hierzu ambulante Rehamassnahmen, die von Kliniken und Krankenhäusern oft schon in sehr komplexer Form durchgeführt werden. Meist bieten Häuser, in denen die Herzoperation durchgeführt wurde anschliessend, praktisch nahtlos, Rehabilitationsmassnahmen an. Ideal ist allerdings eine Rehakur in einem der altbewährten und renommierten Heilbäder, die unter Fachleuten als Herzbäder bekannt sind.

Hier können sich die Patienten in stressfreier Umgebung unter Teilnahme an umfangreichen Programmen und unter Nutzung der komplexen, abgestimmten Einrichtungen alles Möglichkeiten nutzen, um wieder zu gesunden und einem Rückfall optimal vorzubeugen.

Selbstverständlich stehen mit den Kliniken und Kurärzten in den Heilbädern kompetente Fachleute zur Überwachung aller Anschlussheibehandlungen, aber auch der bestehenden und gegebenenfalls anzupasenden Medikamentation zur Verfügung.

Bei allen Rehamassnahmen geht es darum, die Risikofaktoren individuell so zu beeinflussen, dass möglichst Normalwerte erreicht und auf Dauer eingehalten werden.

Um die Komplexität des Geschehens zu verdeutlichen, sollen hier die für einen Herzinfarkt verantwortlichen Risikofaktoren und die Rehamassnahmen in den Heilbädern skizziert werden:

Bewegungsmangel
Etwa vier Wochen nach einem überstandenen Herzinfarkt wird in der Regel der erste Leistungstest durchgeführt, um festzustellen mit
welcher Intensität Therapien zur körperlichen Ertüchtigung durch-
geführt werden können. Hierzu gehören:
¢ Gruppengymnastik
¢ Bewegungstherapie auf abgestuften Trainingskurwegen
¢ Wassergymnastik in der Gruppe
¢ MTT, Medizinische Trainingstherapie (Gerätetraining)
Bei allen Massnahmen wird ständig darauf geachtet, dass die individuellen Parameter für Blutdruck und Puls sich in einem wünschenswerten Bereich bewegen.

Übergewicht
¢ Ernährungsberatung
¢ Lehr-/Diätküche
Da sich das Wissen um die richtige und gesunde Ernährung ständig erweitert, ist es sehr aufschlussreich und wichtig die neuesten Erkenntnisse kennenzulernen und zu beherzigen. Die Ernährung in der Rehaklinik am Kurort gibt wertvolle Anregungen für das weitere Verhalten zu Hause.

Hoher Blutdruck
¢ Neben der sorgsam abgestimmten Medikamentation sorgen alle Bewegungsübungen, aber auch Gewichtsreduktion und psychotherapeutische Beratung dem hohen Blutdruck entgegen.

Ungesunder Stress, Angst, psychischer Druck
¢ Zum Abau von schädlichem Stress sind alle Arten der Bewegungstherapie bestens geeignet.
¢ Entspannungsübungen, Autogenes Training und Yoga können in den
Heibädern mit Erfolg als nützliche Unterstützung erlernt werden.
¢ Falls erwünscht und sinnvoll, erfolgt eine psychologische oder Psychotherapeutische Beratung.

Rauchen
¢ Raucher sollten alles daran setzen, ihr Laster aufzugeben. In den Kurorten besteht die Möglichkeit an Raucherentwöhnungskursen teilzunehmen.

Diabetes
¢ Leichtere Formen einer vorliegenden Zuckerkrankheit können allein durch die Reduktion von Übergewicht behoben werden. Hier hilft die Ernährungsberatung, aber auch die gesunde, abgestimmte Ernährung in den Rehakliniken das Übergewicht abzubauen und eine Ernährungsänderung einzuüben.

Hohe Cholesterinwerte
Obwohl die Ablagerung des sogenannten schlechten Cholesterins in den Adern die eigentliche Ursache für die sogenannte “Arterienverkalkung” und die sich hieraus ergebenden Herzinfarkte (und auch Schlaganfälle und anderer Erkrankungen) ist, ist man erst in jüngster Zeit zu der Erkenntnis gekommen, dass eine Beeinflussung der ungünstigen Cholesterinablagerung durch Diätmassnahmen kaum zu erreichen ist.

Das Problem besteht darin, dass schlechtes Cholesterin von der Leber gebildet werden kann, wenn solches mit der Nahrung nicht zugeführt wird.

Trotzdem macht es natürlich Sinn, die Ernährung so zusammenzustellen, dass möglichst nur gesunde Fette und diese in geringen Mengen enthalten sind. Die Ernährungsberatung in den Kurorten gibt hierzu die richtigen Anregungen.

Nach einer erfolgreich durchgeführten Rehamassnahme in einem Kurort dürfen Herzinfarktpatienten ihre Hände nicht in den Schoss legen. Um einen erneuten Infarkt zu vermeiden, sollte das während der Rehakur Erlernte auf Dauer praktiziert werden.

Zur ständigen Motivation und Einhaltung der möglichen Leistungsfähigkeit sollte man sich einer Selbsthilfegruppe anzuschliessen, die es inzwischen fast überall gibt. Zahlreiche Krankhäuser und Kliniken bieten auch mit ihren physiotherapeutischen Abteilungen die Teilnahme an ihren “Herzgruppen” an.

Daneben ist eine regelmässige Kontrolle durch den Arzt erforderlich. Schliesslich ist es wichtig, die vom Arzt verschriebenen Medikamente sorgfältig, auch langfristig, teils auf Dauer einzunehmen.

Weitere Infos finden Sie hier …

Nahrungsergänzung zu: , , , , , , , , ,

Verwandte Artikel



18. April 2006

Tödliche Schärfe

Chilischarfmacher Capsaicin tötet Prostatakrebszellen in Laborversuchen ab

Amerikanische Mediziner haben eine scharfe Waffe gegen Prostatakrebs entdeckt: Eine Substanz namens Capsaicin, die unter anderem Chilischoten ihre Schärfe verleiht, treibt Prostatakrebszellen in den Selbstmord. In ersten Tests mit Mäusen hat sich der Wirkstoff bereits bewährt. Bei Tieren, die mit dem scharfen Stoff gefüttert wurden, starben etwa achtzig Prozent der entarteten Zellen in der Prostata ab. Ausserdem blieben die Tumoren deutlich kleiner und wuchsen sehr viel langsamer als die bei unbehandelten Mäusen, so die Forscher.

Die Wirkung des Chili-Scharfmachers ist nach den Beobachtungen des Teams auf zwei parallele Effekte zurückzuführen: Einerseits blockiert das Capsaicin ein Protein namens NF-Kappa B, das in Zellen den so genannten programmierten Zelltod verhindert. Dieser Mechanismus wird vom Körper ausgelöst, wenn das Erbgut einer Zelle beschädigt ist, um eine Verbreitung des Fehlers zu vereiteln. In Krebszellen funktioniert dieser befohlene Selbstmord unter anderem wegen des Eingreifens von NF-Kappa B jedoch nicht mehr, so dass sich die Zellen unkontrolliert teilen. Durch die Blockade von NF-Kappa B kann dieses unkontrollierte Wachstum gestoppt und die Sensibilität der Zellen für die Selbstmord-Befehle wieder hergestellt werden, zeigten die Forscher.

Andererseits bremst das Capsaicin das Wachstum der Prostatakrebszellen, indem es die Wirkung der sogenannten Androgenrezeptoren stört. Diese Erkennungsmoleküle für männliche Geschlechtshormone befinden sich auf der Oberfläche vieler Krebszellen und regen bei Kontakt mit einem Hormon wie Testosteron das Wachstum der Zelle an. Das Capsaicin greift in diesen Regulationsmechanismus ein und parkt sozusagen die Zellen in einem Zustand, in dem sie sich nicht weiter teilen.

Beide Effekte zusammen haben einen sehr starken wachstumshemmenden Effekt auf die Krebszellen, schreiben die Wissenschaftler. Das gelte auch für menschliche Prostatakrebszellen, sowohl im Labor als auch nach der Injektion in Mäuse. Ob die scharfe Substanz allerdings im menschlichen Organismus eine ähnliche Wirkung hat, können die Wissenschaftler noch nicht sagen. Wenn ja, müsste ein 100 Kilogramm schwerer Mann dreimal pro Woche etwa 400 Milligramm Capsaicin zu sich nehmen, um die in den Versuchen verwendete Dosis zu erreichen “ eine Menge, die mindestens 36 mexikanischen Chili-Schoten entspricht.

Weitere Infos finden Sie hier …

Nahrungsergänzung zu: , , , , , , , , ,

Verwandte Artikel


18. April 2006

Verringerung der Kalorienzufuhr soll Lebenserwartung erhöhen

Menschen, die ihre Kalorienzufuhr deutlich verringern, entwickeln Merkmale, die in Tierversuchen mit einer langen Lebensdauer in Zusammenhang gebracht werden. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des Teams um Eric Ravussin von der Louisiana State University www.lsu.edu gekommen. Die Reduzierung der Kalorien verringerte die Körpertemperatur und die Insulinwerte, die Schädigung der DNA nahm gleichzeitig ab. Weitere Tests sind jedoch laut New Scientist erforderlich, um zu ermitteln, ob diese rasch aufgetretenen biologischen Effekte länger als einige Monate anhalten. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem Fachmagazin Journal of the American Medical Association jama.ama-assn.o… veröffentlicht.

Studien mit Nagetieren und anderen niedrigen Lebensformen haben ergeben, dass die langfristige Kalorienreduktion die Lebensdauer erhöhen kann. Die maximale Lebensdauer von Mäusen und Ratten erhöhte sich so um rund 30 Prozent. Zusätzlich waren die Tiere gegen Ablagerungen in den Blutgefässen und Krebs geschützt. Für den Menschen stehen weniger Daten zur Verfügung. Daher geben Forscher bis heute nur eher widerwillig Empfehlungen ab. Für die aktuelle Studie wurden 48 Freiwillige nach dem Zufallsprinzip ersucht, ihr Gewicht zu halten oder ihre Kalorienzufuhr zu reduzieren.

Zwölf der Teilnehmer nahmen genug Lebensmittel zu sich um ihr Gewicht zu halten. Von den verbleibenden 36 Teilnehmern wurde jeweils eine gleich grosse Gruppe ersucht, ihre Kalorienzufuhr entweder um 25 Prozent zu verringern, die Kalorienmenge um 12,5 Prozent zu verringern und 12,5 Prozent Kalorien durch mehr Bewegung zu verbrauchen oder eine strenge Diät von 890 Kalorien pro Tag einzuhalten. Diese Diät wurde so lange eingehalten, bis 15 Prozent des ursprünglichen Gewichtes verloren waren. Anschliessend wurde darauf geachtet, dass der erreichte Wert konstant blieb. Die Teilnehmer erhielten ihre Essensrationen während der ersten drei Monate im Forschungszentrum. Die Freiwilligen nahmen zusätzlich an wöchentlichen Gruppentreffen teil und wurden in der Wochenmitte angerufen, um sie beim Einhalten ihrer Diät zu unterstützen.

Teilnehmer, deren Kalorienzufuhr eingeschränkt wurde, verloren durchschnittlich rund zehn Prozent oder mehr ihres Gewichts. Es zeigte sich, dass diese Personen über verringerte Fastenwerte des Hormons Insulin verfügten. Zumindest bei Tierversuchen wurde dieses Merkmal mit Langlebigkeit in Zusammenhang gebracht. Es zeigte sich, dass jene Freiwilligen, die ihre Kalorienzufuhr um 25 Prozent verringerten oder ähnliche Ergebnisse durch weniger Kalorien und Sport erreichten, nach dem Ende der sechs Monate dauernden Studie im Körperkern über eine geringere Temperatur verfügten. Eine geringere Körpertemperatur wurde ebenfalls im Zusammenhang mit Langlebigkeit genannt. Alle der Gruppen mit einer verringerten Kalorienzufuhr zeigten eine geringe aber statistisch signifikante Verringerung des DNA-Schadens in ihren Blutzellen als ihre Werte mit jenen der Kontrollgruppe verglichen wurden. Laut den Wissenschaftern ist dieser Umstand bemerkenswert, da manche der chemischen Nebenprodukte des Ernährungsstoffwechsels die DNA angreifen. Die Folge können eine erhöhte Krebsneigung und eine Beschleunigung der Alterungseffekte sein.

Weitere Infos finden Sie hier …

Nahrungsergänzung zu: , , , , , , , , ,

Verwandte Artikel