06. Juli 2009

Australische Studie belegt: Bestimmte Honigsorten effektiver als Antibiotika

In einer bisher einzigartigen Studie haben Forscher der University of Sydney Beweise dafür gefunden, dass manche Honigsorten bei der Behandlung von oberflächlichen Wunden und Infektionen effektiver wirken als Antibiotika.

Antibiotika wirken in der Regel nur gegen bestimmte Bakterien. Die meisten Bakterien, die Infektionen in Krankenhäusern verursachen, sind noch dazu gegen mindestens ein Antibiotikum resistent. Die in der Studie eingesetzten Honigsorten wirkten jedoch gegen alle gestesteten Erreger, darunter auch multiresistente Bakterien. Was besonders entscheidend ist, die Bakterien passten sich nicht an und entwickelten keine Resistenz gegenüber dem Honig, wie dies bei Antibiotika der Fall ist.

Die von den Wissenschaftlern verwendeten Honigsorten waren Manuka und Jelly Bush aus Neuseeland bzw. Australien. Beide sind zwar als medizinische Varianten erhältlich, werden jedoch in Krankenhäusern kaum eingesetzt. Mit der vorliegenden Studie konnte erstmals gezeigt werden, dass der medizinische Honig in vielen Fällen antibiotische Cremes auf Wunden oder an Kathetern ersetzen könnte. In Anbetracht einer immer kürzeren Lebensdauer vieler Antibiotika sind alternative Behandlungswege gegen Infektionen unerlässlich.

Den getesteten Honigsorten ist gemein, dass sie von Bienen produziert werden, die sich von Pflanzen der Gattung Leptospermum – allgemein auch als Teebaum bekannt – ernähren. Bisher wissen die Forscher nicht genau, wie der Honig Infektionen vermeidet und abtötet. Sie vermuten, dass ein Bestandteil namens Methylglyoxal eine Wechselwirkung mit anderen, bisher unbekannten, Bestandteilen des Honigs eingeht und so infektionsauslösende Bakterien daran hindert, neue Stämme zu bilden, die gegen den Honig resistent sind.

Weitere Informationen:
Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund
Pressestelle
Friedrichstr. 95
10117 Berlin
Email: berlin@ranke-he…
Tel.: 030-20 96 29 593

Nahrungsergänzung zu: , , , , , , , , ,

Verwandte Artikel



12. April 2009

Bakterien als Schmerzkiller

Forscher der Charité – Universitätsmedizin Berlin haben jetzt erstmals nachgewiesen, dass bestimmte Bestandteile von Bakterien im entzündeten Gewebe schmerzlindernd wirken. Bislang war man davon ausgegangen, dass bakterielle Entzündungen generell Schmerz verstärken. Die Forscher um Prof. Christoph Stein und Privatdozent Dr. Alexander Brack von der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin am Campus Benjamin Franklin berichten darüber in der aktuellen Ausgabe des Online-Journals PloS Pathogens*.

Bakterien stimulieren im entzündeten Gewebe die Einwanderung weißer Blutkörperchen. Zusammen mit Botenstoffen aus dem Blutkreislauf und aus Nervenfasern können diese Zellen Entzündungsschmerz verursachen.
Untergruppen der weißen Blutkörperchen, unter anderem die so genannten Neutrophilen, können jedoch auch schmerzlindernd wirken. Sie setzen Opioidpeptide frei, die sich an die sogenannten Opioidrezeptoren auf den schmerzleitenden Nervenfasern im entzündeten Gewebe  binden und so den Entzündungsschmerz hemmen.

Die Forscher fanden heraus, dass bei diesem Vorgang die Bakterien im Entzündungsherd ebenfalls eine entscheidende Rolle spielen. „Auch sie enthalten schmerzlindernde Bestandteile“, erklären die Forscher. Dies sind die so genannten Formylpeptide. Sie binden an die weißen Blutkörperchen und animieren so die Neutrophilen, Opioidpeptide frei zu setzen.

Dies findet nicht nur im Reagenzglas statt. Bei Ratten, die eine durch Bakterien ausgelöste Pfotenentzündung haben, wirken die freigesetzten Opioidpeptide schmerzlindernd. Hingegen haben Ratten, bei denen Formyl- oder Opioidpeptide blockiert sind, stärkere Entzündungsschmerzen. „Es gibt also ein körpereigenes System, das entzündliche Schmerzen erträglich machen kann“, folgert Prof. Stein.
„Wenn es uns gelingt, dieses System gezielt zu verstärken, werden entzündliche Erkrankungen in Zukunft schmerzfreier für die Patienten sein.“

• Rittner, Stein, Brack et al.: Mycobacteria Attenuate Nociceptive Responses by Formyl Peptide Receptor Triggered Opioid Peptide Release from Neutrophils. In: PloS Pathogens, Volume 5, Issue 4, April 2009.

Kontakt:
Prof. Christoph Stein
Klinikdirektor für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin Charité – Universitätsmedizin Berlin
Campus Benjamin Franklin
t: +49 30 8445 2731

Nahrungsergänzung zu: , , , , , , , , ,

Verwandte Artikel


24. Februar 2009

Antibiotika bei Ohrenentzündungen kein Allheilmittel

Die Gesundheit von Tausenden britischen Kindern könnte beeinträchtigt sein, da ihre Ohrenentzündungen nicht richtig behandelt werden. Deafness Research UK http://www.deafnessresearch.org.uk argumentiert, dass Antibiotika routinemäßig verabreicht werden aber vielfach nicht entsprechend wirken. Kinder mit beeinträchtigtem Gehör können unter Problemen bei der Entwicklung leiden. Viele Eltern wüssten jedoch nicht, was zu tun ist. RNID http://www.rnid.org.uk betont, dass ein Arztbesuch bei wiederkehrenden Infektionen von entscheidender Bedeutung ist.

Eine im vergangenen Jahr veröffentlichte Studie des National Institute for Health and Clinical Excellence http://www.nice.org.uk geht davon aus, dass rund 200.000 Kinder jährlich immer wieder an einer mittelschweren Ohreninfektion leiden. Dabei handelt es sich normalerweise um eine Mittelohrentzündung. Ian Williamson von der University of Southampton http://www.soton.ac.uk erklärte, dass zu viele praktische Ärzte sich bei der Behandlung auf Antibiotika verließen. Erkrankungen der Ohren und ihre Ursachen würden nicht unbedingt am besten mit diesen Medikamenten behandelt.

Es bestehen laut BBC Bedenken, dass der auch durch das NHS ausgeübte Zeitdruck in Kombination mit dem Mythos vom Allheilmittel Antibiotikum verhindere, dass viele Eltern und Kinder die bestmöglichen Informationen zu Prävention und Behandlung erhielten. Williamson fordert das National Health Service http://www.nhs.uk auf, einen ganzheitlicheren Ansatz zu übernehmen. Dieser Ansatz sollte vor allem Kinder mit immer wiederkehrenden Infektionen rasch identifizieren, damit andere Behandlungsmöglichkeiten eingesetzt werden können. Dazu gehören unter anderem Röhrchen, die der im Mittelohr angesammelten Flüssigkeit ermöglichen abzufließen.

Werden diese Möglichkeiten bei der Behandlung nicht berücksichtigt, können die Kinder bei der Entwicklung ihrer Sprechfähigkeit beeinträchtigt werden, da sie schlechter hören. Zu viele Antibiotika können zusätzlich zu einem vermehrten Auftreten von resistenten Bakterien und einem Absterben von “guten” Bakterien in Nase und Rachen führen.

Nahrungsergänzung zu: , , , , , , , , ,

Verwandte Artikel