03. Oktober 2008

Broccoli macht Krebsstammzellen schwach

Broccoli ist nicht nur reich an Mineralstoffen und Vitaminen, sondern auch an einem Wirkstoff gegen Krebsstammzellen des Bauchspeicheldüsenkrebs: Wissenschaftler des Universitätsklinikums Heidelberg und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) haben entdeckt, dass der Broccoli-Inhaltsstoff Sulforaphan resistente Tumorstammzellen in Pankreastumoren verwundbar macht. Dies wurde im Tierversuch gezeigt, wo keine Nebenwirkungen auftraten. Die Forschungsergebnisse sind in der aktuellen online First Ausgabe der internationalen Fachzeitschrift “GUT” veröffentlicht worden.

Rund 12.650 Menschen erkranken jährlich in Deutschland an einem Pankreaskarzinom, einem äußerst aggressiven Tumor der Bauchspeicheldrüse. Häufig wird die Erkrankung erst spät bemerkt. Nur wenige Patienten überleben die Diagnose länger als ein Jahr.

Das Pankreaskarzinom breitet sich aggressiv aus, setzt Absiedlungen in anderen Organen und ist gegenüber gängigen Therapien weitgehend unempfindlich. Verantwortlich dafür sind vermutlich sogenannte Krebsstammzellen, die sich sehr gut regenerieren können und daher gegen Medikamente und Bestrahlung resistent sind.

“In anderen Tumoren sind in der Regel weniger als drei Prozent der Krebszellen Tumorstammzellen. Das Pankreaskarzinomen beherbergt dagegen 10 Prozent und mehr solcher aggressiven Zellen”, erklärt die Seniorautorin des Artikels, Professor Dr. Ingrid Herr, Leiterin der Arbeitsgruppe Molekulare OnkoChirurgie, einer Kooperation der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg (Geschäftsführender Direktor: Professor Dr. Markus W. Büchler) und dem DKFZ.

Je mehr Tumorstammzellen, desto aggressiver der Tumor

Die Gruppe wies anhand typischer Oberflächenproteine die Krebsstammzellen in Tumorproben von Patienten nach. “Es zeigte sich, dass der Tumor umso gefährlicher und resistenter war, je mehr Tumorstammzellen er enthielt”, sagt Georgios Kallifatidis, Nachwuchswissenschaftler an der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg und Erstautor des Artikels.

Die Wissenschaftler stellten fest, dass selbst neuartige und bei anderen Tumoren wirksame Krebsmedikamente nichts gegen die Tumorstammzellen in Pankreaskarzinomen ausrichten konnten: Die Zellen schützen sich mit einem speziellen Mechanismus, dem NF-kB-Signalweg, der an der ausgeprägten Therapieresistenz des Pankreaskarzinoms beteiligt zu sein scheint.

Pankreaskarzinom wird für Therapie empfänglich gemacht

Wirkstoffe, die genau diesen Signalweg blockieren und damit die gefährlichen Zellen verletzlich machen, liefert die Natur: Gemüse aus der Familie der Kreuzblütler wie Broccoli, Blumenkohl, Rosenkohl oder Grünkohl haben einen hohen Gehalt an Sulforaphan, einem Wirkstoff gegen Krebs. Es schützt Körperzellen vor Schäden im Erbgut und leitet den Zelltod ein, wenn Zellen sich unkontrolliert teilen. Broccoli hat von allen diesen Gemüsearten den höchsten Sulforaphan-Gehalt.

Versuche mit Zellkulturen, Mäusen und frisch isolierten Tumorzellen von Patienten zeigten: Sulforaphan hemmte die Blutgefäßbildung im Tumor und das Tumorwachstum, ohne dabei Nebenwirkungen zu verursachen. In Kombination mit Krebsmedikamenten verstärkte sich dieser Effekt noch. “Bereits im letzten Jahr zeigte eine groß angelegte kanadische Studie mit 1338 Patienten mit einem Prostatakarzinom, dass ein hoher Verzehr von Broccoli und auch Blumenkohl die Patienten vor der Metastasierung des Tumors schützen konnte”, sagt Professor Herr.

Im Herbst 2008 starten die Heidelberger Wissenschaftler eine klinische Studie: Patienten mit einem Pankreaskarzinom erhalten begleitend zur herkömmlichen Therapie auch Sulforaphan. “Wir wollen prüfen, ob die Patienten von der zusätzlichen Einnahme von Sulforaphan profitieren, welche Menge dazu notwendig ist und ob allein der Verzehr von Broccoli und Blumenkohl die Krebstherapie unterstützen kann”, so Professor Herr.

Publikation: Kallifatidis G, Rausch V, Baumann B, Apel A, Beckermann BM, Groth A, Mattern J, Li Z, Kolb A, Moldenhauer G, Altevogt P, Wirth T, Werner J, Schemmer P, Büchler MW, Salnikov AV, Herr I (2008) Sulforaphane targets pancreatic tumor-initiating cells by NF-kB-induced anti- apoptotic signaling. GUT, in press.

(Der Originalartikel kann bei der Pressestelle des Universitätsklinikums Heidelberg unter contact@med.uni… angefordert werden)

Internet: www.klinikum.uni-heidelberg.de/MOC

Kontakt: Prof. Dr. Ingrid Herr Chirurgische Universitätsklinik Allgemein-, Viszeral-, Transplantationschirurgie Fax: 06221/56 6119 E-Mail: i.herr@dkfz.de

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15. September 2008

Broccoli hilft gegen chronische Lungenerkrankung

Eine in Broccoli enthaltene Substanz dürfte die Schäden limitieren, die zu einer ernsthaften Lungenerkrankung führen können. Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) wird häufig
durch Rauchen verursacht. Allein in Großbritannien sterben rund 30.000 Menschen jährlich an dieser Krankheit. Wissenschaftler der Johns Hopkins School of Medicine www.hopkinsmedi… haben nachgewiesen, dass Sulforaphan die Aktivität des Gens NRF2 in menschlichen Lungenzellen erhöht. Dadurch werden die Zellen vor Schädigungen durch Toxine geschützt. Details der aktuellen Studie wurden im American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine ajrccm.atsjourn… veröffentlicht.

Jetzt wurde eine deutlich geringere Aktivität des Gens NRF2 bei Rauchern    mit einer fortgeschrittenen chronisch obstruktiven Lungenerkrankung nachgewiesen. Dieses Gen soll für das Auslösen verschiedener Mechanismen  zur Entfernung von Toxinen und Schadstoffen verantwortlich sein, die die Zellen schädigen können. Frühere Studien mit Mäusen hatten gezeigt, dass    eine Störung des Gens zu einem frühen Einsetzen von schweren Emphysemen führte. Dabei handelt es sich um einen Teil des Krankheitsbildes von COPD, der den Betroffenen besonders zu schaffen macht. Die Erhöhung der   Aktivität des Gens sollte zu wirksamen Behandlungsansätzen führen, die auch das Fortschreiten der Krankheit verhindern können.

Die aktuelle Studie wies nach, dass Sulforaphan in der Lage war, die    verringerten NRF2-Werte in Zellen wiederherzustellen, die mit Zigarettenrauch in Kontakt gekommen waren. Der gleiche Broccoli-Bestandteil schützt laut neuen Studien auch gegen die durch Diabetes verursachte Schädigung der Blutgefäße. Kreuzblütengewächse wie Broccoli wurden ebenfalls mit einem verringerten Risiko eines   Herzanfalls und eines Schlaganfalls in Zusammenhang gebracht.

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26. Juli 2005

Mit Folsäure gegen zuviel Druck

Das B-Vitamin könnte vor Bluthochdruck schützen

Ausreichend Folsäure kann dazu beitragen, junge Frauen vor Bluthochdruck zu schützen. Das schliessen amerikanische Forscher aus den Ergebnissen einer Studie, in der sie den Zusammenhang zwischen aufgenommener Folsäuremenge und Blutdruck bei mehr als 150.000 Frauen untersucht haben. Demnach war das Bluthochdruckrisiko bei jungen Frauen, die täglich eine grössere Menge des B-Vitamins zu sich nahmen, um etwa ein Drittel niedriger als bei den Frauen, die nur sehr wenig Folsäure konsumierten. Das berichteten die Wissenschafter um John Forman vom Brigham and Women´s Hospital in Boston auf einer Konferenz der Amerikanischen Herzgesellschaft in Chicago.

Der Begriff Folsäure umfasst chemisch gesehen eine ganze Gruppe von Substanzen, die aber alle eine ähnliche Funktion haben. Sie gehören zu den B-Vitaminen und werden vom Körper für die Bildung von Blutkörperchen, Schleimhautzellen, Erbsubstanz und Proteinen benötigt. Ausserdem hilft Folsäure, das schädliche Homocystein zu beseitigen, das beim Eiweissabbau entsteht und als Risikofaktor für Arteriosklerose gilt. Schwangere Frauen und Heranwachsende benötigen besonders viel von diesem Vitamin, das beispielsweise in Leber, Vollkornprodukten, grünem Gemüse wie Spinat oder Broccoli, Eigelb, Nüssen und Tomaten vorkommt. Die empfohlene Tagesdosis an Folsäure liegt bei 0,4 Milligramm, bei Schwangeren 0,6 Milligramm.

Die Gabe von Folsäure wird bereits seit längerem zur Vorbeugung von Herzinfarkten und Schlaganfällen empfohlen. Nach den Ergebnissen von Forman und seinem Team könnte diese jedoch zumindest bei Frauen zusätzlich auch einen positiven Einfluss auf den Blutdruck haben. Die Forscher werteten Daten von mehr als 93.000 Frauen im Alter von 26 bis 46 aus. Dabei fanden sie bei den Probandinnen mit einer täglichen Folsäuredosis von mehr als 0,8 Milligramm ein um 29 Prozent erniedrigtes Risiko von Bluthochdruck im Vergleich zu den Frauen, die weniger als 0,2 Milligramm täglich zu sich nahmen. Ältere Frauen zwischen 43 und 70 Jahren hatten ein immerhin noch um 13 Prozent geringeres Risiko, wie die Untersuchung der Daten von weiteren knapp 63.000 Probandinnen zeigte.

Der Einfluss der Folsäure war dabei unabhängig von anderen bekannten Risikofaktoren wie dem Body-Mass-Index, sportlicher Betätigung und sonstigen Ernährungsgewohnheiten, schreiben die Forscher. Den genauen Wirkmechanismus der Folsäure kennen sie jedoch noch nicht. Neben dem besseren Abbau von Homocystein helfe Folsäure jedoch möglicherweise dabei, die Blutgefässe zu entspannen und dadurch den Blutfluss verbessern, kommentiert Studienleiter Forman.

Weitere Infos finden Sie hier …

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