08. August 2010

Volkskrankheit Diabetes – Viele unterschätzen ihr Risiko

In Deutschland leben drei Millionen Diabetiker, die nichts von ihrer Krankheit wissen. Unbehandelt zerstört die Zuckerflut Nerven und Gefäße und kann tödlich enden. Spezielle Präventionsprogramme, wie jetzt in einem der führenden deutschen Diabetes-Behandlungszentren Bad Mergentheim in Baden-Württemberg beispielhaft entwickelt, können für Betroffene der Schlüssel zu einem besseren und längeren Leben sein.

Bad Mergentheim – Mehr als jeder zehnte Deutsche ist bereits heute zuckerkrank. In der Altersgruppe der 55- bis 75-jährigen ist inzwischen sogar jeder dritte Deutsche von Diabetes betroffen. Doch von diesen ahnt jeder Vierte nichts von seiner Krankheit. Denn zumindest am Anfang spüren Betroffene nichts. Oft wird Diabetes eher zufällig bei Routine-Blutuntersuchungen festgestellt. Spätere schwere Folgeschäden wie Durchblutungsstörungen, Herzinfarkt, Amputationen oder Erblindung lassen sich aber besonders wirksam verhindern, wenn die Zuckerkrankheit schon vor ihrem eigentlichen Ausbruch, bei ersten Störungen des Zuckerstoffwechsels, erkannt wird. „In diesem Stadium können viele Betroffene den Ausbruch von Diabetes dann noch durch einfache Maßnahmen wie Ernährungsumstellung und regelmäßigen Sport verhindern – oder zumindest lange hinauszögern“, sagt der renommierte Diabetes-Mediziner Professor Dr. Thomas Haak, Chefarzt der Diabetes-Klinik in Bad Mergentheim, dem größten Akutkrankenhaus für Diabetes in Deutschland.

Bad Mergentheim, gelegen im Dreiländereck Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, gilt mit einer eigenen Diabetes-Klinik, einer Diabetes-Akademie und einem eigenen Diabetes-Forschungsinstitut heute als eines der führenden deutschen Kompetenz- und Behandlungszentren für die Volkskrankheit „Zucker“. In enger Abstimmung mit den Medizinern vor Ort hat die Kurverwaltung dort jetzt erstmals spezielle Programme zur Diabetes-Prävention entwickelt, die Betroffenen helfen können, den Ausbruch der Krankheit möglichst lange zu verhindern oder mit der Krankheit besser zu leben.

Risikofaktoren: falsche Ernährung, Übergewicht und zu wenig Bewegung

Bei Diabetes mellitus liegt der Spiegel des Zuckers im Blut dauerhaft zu hoch. Das Hormon Insulin, das die Glukoseverwertung im Körper entscheidend beeinflusst, wirkt nicht mehr richtig oder ist in fortgeschrittenen Fällen in zu geringer Menge vorhanden. Bei Diabetes werden zwei Hauptformen unterschieden: Diabetes Typ 1, bei dem das Abwehrsystem allmählich die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört. Der Insulinmangel muss durch das Spritzen von Insulin ausgeglichen werden.

„In 90 Prozent der Fälle handelt es sich jedoch um Typ 2-Diabetes, meist eine Folge von Fehlernährung, Übergewicht und Bewegungsarmut“, sagt Professor Thomas Haak, der von 2007 bis 2009 auch Präsident der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) war. Zellen und Gewebe sprechen nicht mehr richtig auf das anfangs noch ausreichend vorhandene Insulin an. Früher wurde dieser Diabetestyp als „Alterszucker“ bezeichnet; inzwischen gibt es auch übergewichtige Kinder, die von Typ 2-Diabetes betroffen sind. Bereits 3,5 Millionen Jungen und Mädchen unter 18 Jahren sind in Deutschland übergewichtig und auf dem besten Weg, die Diabetiker von morgen zu werden. Mediziner wie Professor Haak rechnen mit einem weiteren Anstieg: Bis zum Jahr 2020 könnte jeder sechste Deutsche – also rund 14 Millionen Bundesbürger – unter Diabetes mellitus leiden.

Zum „Diabetes-Check“ nach Bad Mergentheim

Spezielle Diabetiker-Präventionsprogramme sollen dieses Szenario verhindern. „Bad Mergentheim will hier eine Vorreiterrolle im Kampf gegen die Volkskrankheit Diabetes einnehmen“, sagt Kurdirektorin Katrin Löbbecke. In den meist 14-tägigen Aufenthalten lernen die Teilnehmer in Ernährungsseminaren, sich gesünder zu ernähren. Die Hotels und Kliniken servieren während des Aufenthalts zudem eine speziell auf die Gästegruppe abgestimmte kalorienarme Vollwertkost. Neben einem umfangreichen medizinischen „Diabetes-Check“ mit einer Analyse der Blutwerte umfassen die Angebote auch ein umfangreiches Bewegungsprogramm mit Elementen wie Aquafitness, Gymnastik, Walking oder Training für Ausdauer und Muskelaufbau. Ein EKG, eine Langzeitmessung des Blutdrucks (bei Risikopatienten) sowie – je nach Hotel – medizinische „Wohlfühlanwendungen“ wie Fangopackungen, Bäder, Massage und Saunaaufenthalte ergänzen das Angebot.

Gesundheit und Spaß verbinden

„Den Teilnehmern soll es Spaß machen, etwas für ihre Gesundheit zu tun“, sagt Kurdirektorin Löbbecke. Gerade für aktiven Gesundheitsurlaub biete Bad Mergentheim – heute Baden-Württembergs größtes Ge-sundheitszentrum – optimale Voraus-setzungen: unter anderem einen der schönsten deutschen Kurparks, in dem Gesundheitsgäste zwischen Lavendelfeldern, Rosengarten und Japangarten neue Kraft tanken können sowie die Lage an der Kreuzung des Fünf-Sterne-Qualitätsradweg „Liebliches Taubertal“ und der Romantischen Straße.

Die zweiwöchigen Pauschalen, die verschiedene Häuser in Bad Mergentheim in diesem Jahr anbieten, kosten inklusive Übernachtung, Vollpension, der medizinischen Betreuung und des gesamten Bewegungs- und Ernährungsprogramms pro Person ab 1.060 Euro. Mehr Informationen zu den Programmen erhalten Sie direkt bei der Kurverwaltung Bad Mergentheim, Telefon 07931/965-256, E-Mail p.dittgen@kur-b…

www.baeder-fueh…

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27. Juli 2010

Mit Diabetes ins Ausland? Tipps und Diabetes-Wörterbuch

Wenn die Nachbarn die Koffer packen, bleiben viele Diabetiker zuhause. Sie fürchten unkalkulierbare Risiken am Urlaubsort. Wie funktioniert das alles? Was muss beachtet werden? Geht das überhaupt oder ist es zu gefährlich?
Während Ärzte vor 20 Jahren Diabetikern von Flugreisen abgeraten haben, so ist es heute kein Problem mehr, mit seinem Diabetes zu verreisen. Egal wohin. Also machen Sie sich nicht verrückt! Achten Sie auf Ihren Körper und überprüfen Sie Ihre Werte lieber einmal mehr nach als nötig! Den größten Einfluss auf den Zuckerstoffwechsel bei einer Reise in die Sonne hat die Temperatur, denn die Insulinwirkung ist temperaturabhängig. Es spielt dabei keine Rolle, ob das Insulin gespritzt wurde (Typ I), oder mittels Tabletten die eigene Insulinproduktion angeregt wurde (Typ II). Hitze kann den Zucker drücken. Regulieren Sie die Dosis entsprechend oder essen Sie einen leckeren Happen zwischendurch.

Insbesondere bei Fernreisen gehört eine gewisse Portion Stress einfach dazu. Flug, Zeitverschiebung, fremde Kultur und Vorfreude auf die kommenden Tage können im Körper automatisch eine Alarmreaktion auslösen, die den Blutzuckerspiegel schon einmal ins Wanken geraten lässt. Doch auch hier heißt es Ruhe bewahren und nachmessen.

Hypoglykämiegefahr besteht auch nach längeren Flügen während der ersten Nacht. Hier wähnt man sich in Sicherheit, weil der Reisestress nun überstanden ist. Eine zusätzliche von dem Schlafengehen mit gegebenenfalls ein paar Extra-Kohlenhydraten sorgt für die komplikationslose Nachtruhe.

Je nach Reiseziel oder Art der Reise ändert sich das Maß an körperlicher Aktivität im Vergleich zum Alltag zu Hause. Vielleicht bewegen Sie sich mehr, weil Sie viel wandern oder schwimmen. Oder Sie bewegen sich weniger, weil Sie das ganze Jahr über einer körperlich anstrengenden Arbeit nachgehen und jetzt endlich einmal faul am Strand liegen wollen.
Wie auch immer. Denken Sie daran: Muskelarbeit wirkt wie Insulin!

Achten Sie trotz Urlaubsstimmung auf eine gewisse Regelmäßigkeit im Tagesablauf. Durch das Weglassen von Mahlzeiten, das Essen zu ungewohnten Zeiten oder Alkoholkonsum kommen die Blutzuckerwerte gern mal durcheinander.

Egal, wohin die Urlaubsreise geht – ob in den sonnigen Süden oder in den Tiefschnee der Alpen -, die Aufbewahrung der Diabetiker-Utensilien, und hierbei speziell des Insulins, gehört in die Hände des Diabetikers. Die Insulinpatronen sollten bei einer Temperatur von circa 2°C bis 8° C gelagert werden. WICHTIG: Nie Medikamente in den Frachtraum des Flugzeugs verschwinden lassen. Dort herrschen Minus-Grade, die Medikamente zerstören und unwirksam machen können. Tragen Sie Ihre Ausrüstung immer im Handgepäck bei sich.

Niemand wünscht sich, im Urlaub einen fremden Arzt besuchen zu müssen. Aber manchmal lässt sich das leider nicht vermeiden (beispielsweise, wenn der Reisedurchfall Sie doch erwischt hat). Damit Sie in so einem Fall die sprachlichen Hürden problemlos überwinden und sich verständigen können, gibt es den “Sprachführer Diabetes” von Novartis Pharma in den fünf Sprachen Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und Türkisch. Er enthält auch eine hilfreiche Checkliste für die Reisevorbereitungen. HIer können Sie sich den NOvartis-Sprachführer herunterladen:  novartis-diabetes-sprachfuehrer

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23. Februar 2010

Einfluss auf Hormonsystem: Krankmachende Stoffe aus der Umwelt

Zahlreiche Stoffe in der Umwelt können das Hormonsystem des Menschen beeinflussen. Dazu gehören künstlich hergestellte Substanzen wie synthetische Östrogene, Arzneimittel oder Pestizide, aber auch natürlich vorkommende Hormone. Aktuelle Studienergebnisse haben eine wissenschaftliche Diskussion darüber ausgelöst, ob sie an der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes mellitus beteiligt sein könnten. Auf der Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) am Mittwoch, den 3. März 2010, informieren Experten über die aktuellen Ergebnisse zu den Wirkungen von sogenannten Endokrinen Disruptoren.

Unter Verdacht stehen nach den neuen Studien auch einige künstliche Substanzen. Dazu gehört ein Vertreter aus der Gruppe der sogenannten Xenoöstrogene. Das sind Stoffe, die auf den menschlichen Körper wie das menschliche Hormon Östrogen wirken. Sie kommen beispielsweise in Kunststoff und Lebensmittelverpackungen vor. Bereits seit längerem wird die Wirkung dieser und weiterer körperfremder Substanzen untersucht, die unter dem Oberbegriff Endokrine Disruptoren (Eds) definiert werden. Dazu gehören alle künstlich hergestellten und natürlich vorkommenden Stoffe, die eine Wirkung auf das menschliche Hormonsystem haben können.

Dass sie auch krank machen können, haben Wissenschaftler bereits nachgewiesen. Dazu zählen Fälle von Fehlbildungen oder Tumorerkrankungen von weiblichen und männlichen Fortpflanzungsorganen.
Maßgeblich für eine Erkrankung sind die Menge der Substanz und der Zeitpunkt, zu dem die Menschen ihr ausgesetzt sind. Xenoöstrogene haben unerwünschte Wirkungen insbesondere dann, wenn sich der menschliche Organismus noch in der Entwicklung befindet.

„Weiterreichende aktuelle wissenschaftliche Studien greifen nun eine neue Diskussion auf“, meint Professor Dr. med. Gilbert Schönfelder vom Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Würzburg.
„Erste Ergebnisse aus zwei umfangreichen epidemiologischen Untersuchungen an Erwachsenen lassen vermuten, dass zum Beispiel Bisphenol A, ein Xenoöstrogen, die Wahrscheinlichkeit erhöht, an Diabetes oder Herz-Kreislaufproblemen zu erkranken. Der Experte für Eds wird auf dem 53. Symposion der DGE am Freitag, 5. März 2010, im CCL Leipzig und auf der DGE-Pressekonferez am Mittwoch, 3. März 2010, im Universitätsklinikum Leipzig, über die neuen Erkenntnisse berichten.

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