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	<title>Bäder-Führer Blog &#187; Rauchen</title>
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		<title>Alzheimer Demenz: Nur von wenigen Therapien können Patienten nachweislich profitieren</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Sep 2009 07:30:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner Hense</dc:creator>
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Noch immer gibt es keine Therapie, die Alzheimer Demenz entscheidend beeinflussen und damit dem schleichenden Vergessen langfristig Einhalt gebieten könnte. Durch Studien belegt ist lediglich, dass einige Medikamente kurzfristig bestimmte Symptome etwas lindern oder ihr Auftreten hinauszögern können. Für die Wirksamkeit der vielfältigen nichtmedikamentösen Verfahren fehlen entsprechende wissenschaftliche Nachweise. In den vergangenen Jahren wurde die [...]]]></description>
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<p style="text-align: justify;">Noch immer gibt es keine Therapie, die Alzheimer Demenz entscheidend beeinflussen und damit dem schleichenden Vergessen langfristig Einhalt gebieten könnte. Durch Studien belegt ist lediglich, dass einige Medikamente kurzfristig bestimmte Symptome etwas lindern oder ihr Auftreten hinauszögern können. Für die Wirksamkeit der vielfältigen nichtmedikamentösen Verfahren fehlen entsprechende wissenschaftliche Nachweise. In den vergangenen Jahren wurde die Forschungsförderung für Alzheimer Demenz jedoch deutlich verstärkt. Trägt sie Früchte, könnten sich auf längere Sicht auch die Möglichkeiten der Therapie verbessern.<br />
Für eine wirklich erfolgreiche Demenzbehandlung werden aber wahrscheinlich ganz neue Ansätze notwenig sein.
</p>
<p style="text-align: justify;">Dieses Resümee zieht das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) zum Abschluss eines umfassenden Auftragspakets zum Thema Alzheimer Demenz. Auf Wunsch des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) hatte das Institut untersucht, welchen Nutzen und welchen Schaden – verschiedene Therapieangebote für Patientinnen und Patienten haben können. Auf den Prüfstand kamen dabei sowohl die Arzneistoffe Cholesterinesterasehemmer, Memantin und Ginkgo biloba als auch eine Vielzahl von nichtmedikamentösen Therapien, wie etwa das Angehörigentraining und kognitive Verfahren.</p>
<p></p>
<p style="text-align: justify;">Wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des IQWiG in Zusammenarbeit mit externen Sachverständigen feststellten, haben Arzneistoffe aus der Gruppe der Cholinesterasehemmer positive Effekte auf die sogenannte Kognition. Patientinnen und Patienten in einem leichten oder mittelschweren Stadium der Erkrankung, die in Studien einen Cholinesterasehemmer über mindestens vier Monaten einnahmen, konnten sich beispielsweise Dinge besser merken als die Erkrankten, die ein Scheinmedikament einnahmen.</p>
<p style="text-align: justify;">Auf die Fähigkeit, den Alltag zu bewältigen, scheinen sich dagegen Ginkgo biloba enthaltende Präparate günstig auszuwirken, sofern sie hoch genug dosiert werden (240 mg täglich). Auch hier fand das IQWiG Belege in Studien mit leicht oder mittelschwer Erkrankten. Allerdings bleibt die Größe des Effekts unklar, weil die Ergebnisse in den einzelnen Studien sehr unterschiedlich ausfielen.</p>
<p style="text-align: justify;">Dass Patientinnen und Patienten profitieren können, ist aber jeweils nur für solch begrenzte Therapieziele nachgewiesen. Für andere Behandlungsaspekte, wie etwa Begleitsymptome (z.B. Unruhe, Depression), Lebensqualität oder Pflegebedürftigkeit, liefern die Studien entweder keine entsprechenden Belege oder die Daten sind nicht hinreichend sicher interpretierbar – in einigen Fällen wurden sie auch gar nicht erhoben.</p>
<p style="text-align: justify;">Kein Nutzen-Nachweis für Memantin</p>
<p style="text-align: justify;">Bei der dritte Gruppe von Alzheimer-Medikamenten, beim Wirkstoff Memantin, ist für keinen Aspekt der Erkrankung der Nachweis erbracht, dass Patienten von diesem Wirkstoff mehr profitieren als von einem Scheinmedikament – auch nicht für die Gedächtnisleistung oder die Alltags-Kompetenz.</p>
<p style="text-align: justify;">Memantin ist zur Behandlung der mittelschweren und schweren Alzheimer Demenz zugelassen. Zwar kann auch Ginkgo bei diesen Patienten verordnet werden. Ob und wie gut Ginkgo bei den schwerer Erkrankten wirken, lässt sich auf Basis der verfügbaren Studiendaten aber nicht eindeutig sagen. Denn speziell auf diese Patientengruppe ausgerichtete Studien fehlen.</p>
<p style="text-align: justify;">Langzeiteffekte der Medikamente bleiben unklar</p>
<p style="text-align: justify;">Obwohl die drei genannten Medikamente vergleichsweise untersucht sind, gibt es deutliche Forschungslücken: Der überwiegende Teil der Studien hatte eine Laufzeit von maximal einem halben Jahr, sodass unklar bleibt, welche Effekte die Präparate bei einer längeren Anwendung haben. Das gilt auch und gerade für unerwünschte Nebenwirkungen, die insbesondere bei den Cholinesterasehemmern erheblich sein können (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall).</p>
<p style="text-align: justify;">Zudem fehlen aussagekräftige Studien, die die Arzneistoffe untereinander oder mit nichtmedikamentösen Therapien vergleichen.</p>
<p style="text-align: justify;">Großer Nachholbedarf bei guten Studien zu nichtmedikamentösen Verfahren</p>
<p style="text-align: justify;">Noch gravierender sind Forschungsdefizite allerdings bei den nichtmedikamentösen Therapien: Zu geringe Forschungsmittel und eine unterentwickelte Studienmethodik führen dazu, dass auch für Verfahren, die Potenzial haben, keine zuverlässigen Aussagen getroffen und damit auch keine Belege für einen Nutzen erbracht werden können.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Vielfalt der Ansätze ist groß und einige erscheinen auch vielversprechend: Gedächtnisübungen oder Alltagsaktivitäten in der Gruppe gehören ebenso dazu wie Schulung von Angehörigen. Zwar fanden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine ganze Reihe von Studien. Schwächen bei der Planung oder Durchführung führten jedoch dazu, dass die Ergebnisse nicht zuverlässig interpretierbar waren.<br />
Einen Beleg für den Nutzen eines der Verfahren konnte das IQWiG deshalb nicht feststellen.
</p>
<p style="text-align: justify;">Breiter Einsatz ohne Nutzenbeleg ist nicht zu rechtfertigen</p>
<p style="text-align: justify;">Was die Studienmethodik betrifft, hinken die nichtmedikamentösen Verfahren allerdings generell den Arzneimitteln hinterher. Ein wichtiger Grund für den Rückstand ist, dass es hier kein Zulassungsverfahren und damit auch keine Behörde gibt, die Studien mit einem methodischen Mindeststandard einfordert. Anders als in der Pharmabranche fehlen in der Regel auch finanzstarke Großunternehmen, die Studien finanzieren.</p>
<p style="text-align: justify;">Jedoch deshalb bei bestimmten Therapien eine Ausnahme zu machen und sie ohne Nutzenbelege breit einzusetzen, ist aus Sicht des IQWiG nicht zu rechtfertigen. Denn ungenügend evaluierte Therapien können Patienten psychisch und körperlich schädigen und die Solidargemeinschaft unnötig finanziell belasten.</p>
<p style="text-align: justify;">Forschungsförderung könnte Entwicklung neuer Therapien vorantreiben</p>
<p style="text-align: justify;">„Was uns in Deutschland fehlt, ist eine öffentliche, von der Industrie unabhängige Forschungsfinanzierung für Fragestellungen, die für die Behandlung der Patienten wichtig sind. Das macht sich bei bestimmten Therapieansätzen zur Alzheimer Demenz besonders schmerzlich bemerkbar“, sagt IQWiG-Leiter Prof. Dr. Med. Peter Sawicki. „Wir müssen endlich öffentliche Geldquellen für kontrollierte klinische Studien erschließen.“</p>
<p style="text-align: justify;">Zumindest im Fall der Alzheimer Demenz wurden in den vergangenen Jahren die Weichen neu gestellt: Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat Ende 2007 ein eigenes Forschungsförderungsprogramm aufgelegt. Das „Leuchtturmprojekt Demenzen“ vergibt im Themenfeld „Sicherung einer evidenzbasierten Versorgung“ auch Gelder für die „systematische Auswertung neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse“.<br />
Ende Juni 2009 nahm in Bonn das ebenfalls mit staatlichen Mitteln finanzierte Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) seine Arbeit auf. Der Etat von 60 Millionen € pro Jahr wird vor allem in die Erforschung von Demenz fließen.</p>
<p style="text-align: justify;">Seit 2008 fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) darüber hinaus das Kompetenznetz Degenerative Demenzen (KNDD).<br />
Derzeit drei Forschungsverbünde widmen sich vor allem der Entstehung und dem Verlauf der Alzheimerschen Krankheit. Über einen Zeitraum von 12 Jahren stehen ihnen dafür insgesamt 50 Millionen € zur Verfügung.
</p>
<p style="text-align: justify;">Institutsleiter Peter Sawicki sieht darin einen Schritt in die richtige Richtung: „In einigen Jahren werden wir vermutlich einige Forschungslücken geschlossen haben.“ Zugleich warnte er aber auch vor überzogenen Hoffnungen: „Vielleicht werden wir irgendwann Demenzpatienten heilen können. Bis dahin kommt es aber darauf an, die Patienten sozial und pflegerisch besser zu betreuen und Angehörige zu entlasten. Wir brauchen gesichertes Wissen darüber, mit welchen der vorhandenen Möglichkeiten wir ihnen am besten helfen können. Dafür ist es wichtig, versorgungsrelevante Therapie- und Betreuungsansätze besser in Studien zu untersuchen.“</p>

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		<title>Rauchverbote senken Herzinfarktrate</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Aug 2009 17:57:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner Hense</dc:creator>
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Nach Einführung des allgemeinen Rauchverbots in öffentlichen Räumen in Island im Juni 2007 kam es unter männlichen Nichtrauchern zu einem Rückgang an akuten Herzereignissen um 21 Prozent. Das berichtete heute ein isländisches Forscherteam um Thorarinn Gudnason beim Europäischen Kardiologenkongress (ESC) in Barcelona. Ein bisher ungeklärter Umstand: Bei Frauen konnte kein solcher Rückgang beobachtet werden.
Dass sich [...]]]></description>
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<p style="text-align: justify;">Nach Einführung des allgemeinen Rauchverbots in öffentlichen Räumen in Island im Juni 2007 kam es unter männlichen Nichtrauchern zu einem Rückgang an akuten Herzereignissen um 21 Prozent. Das berichtete heute ein isländisches Forscherteam um Thorarinn Gudnason beim Europäischen Kardiologenkongress (ESC) in Barcelona. Ein bisher ungeklärter Umstand: Bei Frauen konnte kein solcher Rückgang beobachtet werden.</p>
<p style="text-align: justify;">Dass sich allgemeine Rauchverbote sehr rasch und nicht nur langfristig positiv auf die Herzgesundheit der Bevölkerung auswirken, haben auch Studien aus Italien, Irland und Schottland gezeigt. Rauchen trägt nicht nur zu chronischen Gesundheitsschäden bei. Tabakrauch kann auch an akuten Problemen in den Herzgefäßen beteiligt sein, so zum Beispiel an der Bildung von Blutgerinnseln, die die Gefäße verschließen und zum gefährlichen akuten Herzinfarkt führen.</p>
<p style="text-align: justify;"></p>
<p style="text-align: justify;">Die isländische Studie konzentrierte sich auf Nichtraucher und zeigt auf, wie sehr Rauchverbote im öffentlichen Raum auch zur Vermeidung von akuten Herzproblemen aufgrund von Passivrauchen beitragen können.<br />
„Eine Reduktion von akuten Herzinfarkten um 21 Prozent entspricht einer Rate, die sonst nur  mit hochpotenten kardiovaskulären Therapien erreicht werden kann“, sagt Studienleiter Dr. Gudnason. „Warum es hier unseren Daten zufolge Unterschiede nach Geschlecht gibt, ist noch nicht geklärt und bedarf weiterer Untersuchungen.“
</p>
<p style="text-align: justify;">„Seit das Rauchen in immer mehr europäischen Ländern aus dem öffentlichen Leben verschwindet, liegen uns auch immer mehr Daten über die positiven Effekte solcher gesetzlicher Maßnahmen für die Herzgesundheit vor“, kommentiert Prof. Dr. Eckart Fleck von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) die aktuelle Studie. „Es geht hier nicht nur um die Vermeidung chronischer Schäden, sondern auch akuter Erkrankungen, und zwar bei Nichtrauchern genauso wie bei Rauchern. Deshalb sind möglichst weitreichende Rauchverbote aus gesundheitspolitischer Sicht so wichtig, wenn das auch nicht von allen leicht eingesehen wird.“</p>
<p style="text-align: justify;">Quelle: Gudnason et al, Smoking bans linked to an immediate decline in acute coronary syndrome; ESC 2009 Abstract No 978.</p>

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		<title>Auslöser von Lungenkrankheiten bei Rauchern entdeckt</title>
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		<pubDate>Mon, 04 May 2009 04:00:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner Hense</dc:creator>
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Ungefähr eine Milliarde Menschen weltweit konsumieren Tabakprodukte. Die Aufnahme der im Rauch vorhandnen Stoffe kann zu Herzkreislauf -Erkrankungen und zu Lungenkrankheiten führen. Doch obwohl bekannt ist, dass die Aufnahme von Zigarettenrauch zur Einwanderung von Immunzellen in die Lunge bis hin zur Lungenvernarbung führt, sind die Ursachen für diesen Mechanismus unbekannt. Freiburger Wissenschaftler haben nun herausgefunden, [...]]]></description>
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<p>Ungefähr eine Milliarde Menschen weltweit konsumieren Tabakprodukte. Die Aufnahme der im Rauch vorhandnen Stoffe kann zu Herzkreislauf -Erkrankungen und zu Lungenkrankheiten führen. Doch obwohl bekannt ist, dass die Aufnahme von Zigarettenrauch zur Einwanderung von Immunzellen in die Lunge bis hin zur Lungenvernarbung führt, sind die Ursachen für diesen Mechanismus unbekannt. Freiburger Wissenschaftler haben nun herausgefunden, dass die Produktion von Osteopontin in der Lunge durch Rauchen erhöht wird. Osteopontin ist ein Protein, das Immunzellen anlockt. Es taucht bei Fibrosen, krankhaften Vermehrungen des Bindegewebes, aber auch bei Lungen- Magen- oder Brustkrebs auf. Osteopontin spielt im Körper immer dort eine große Rolle, wo Zellen in Kontakt mit Fremdstoffen kommen.</p>
<p></p>
<p>Um herauszufinden, ob Osteopontin die Zelleinwanderung bei Rauchern herbeiführt, haben die Wissenschaftler den Osteopontinspiegel von Rauchern mit verschieden Lungenerkrankungen sowie bei gesunden Rauchern und Nichtrauchern miteinander verglichen. „Wir haben herausgefunden, dass Patienten mit Zigarettenrauch bedingten Lungenkrankheiten über einen hohen Osteopontinspiegel verfügen, während das Niveau bei gesunden Rauchern geringer war und Nichtraucher gar kein Osteopontin produzierten“, erklärt PD Dr. Antje Prasse, Oberärztin der Pneumologie des Universitätsklinikums Freiburg. Weitere Untersuchungen zeigten, dass Nikotin die zelluläre Produktion von Osteopontin steigert und somit ein direkter Zusammenhang zwischen Osteopontinüberproduktion und Zigarettenrauchen besteht. Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass Osteopontin ein wichtiger Verursacher bei raucherbezogenen Lungenerkrankungen ist.</p>
<p>Die Ergebnisse der Studie werden in der Maiausgabe des American Journal of Pathology veröffentlicht. Sie finden die Veröffentlichung im Internet unter: <a href="http://ajp.amjpathol.org" title="http://ajp.amjpathol.org" class="autohyperlink" target="_blank">ajp.amjpathol.o&#8230;</a></p>
<p>Kontakt:<br />
PD Dr. Antje Prasse<br />
Abt. Pneumologie<br />
E-Mail: <a class="autohyperlink" href="mailto:antje.prasse@uniklinik-freiburg.de" title="mailto:antje.prasse@uniklinik-freiburg.de">antje.prasse@un&#8230;</a><br />
Tel.: 0761/270- 3720</p>

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		<title>Rauchen ist Hauptursache für Kindstod</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Apr 2009 06:45:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner Hense</dc:creator>
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Wenn Mütter in der Schwangerschaft oder nach der Geburt rauchen, sind ihre Babys noch eher vom plötzlichen Kindstod (SIDS) bedroht als wenn sie in Bauchlage schlafen. Das berichten australische Forscher vom Ritchie Centre for    Baby Health Research der Monash University www.monash.edu&#8230;. in der Fachzeitschrift Sleep. Wenn auch die genaue Ursache von SIDS noch unbekannt ist, [...]]]></description>
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<p style="text-align: justify;">Wenn Mütter in der Schwangerschaft oder nach der Geburt rauchen, sind ihre Babys noch eher vom plötzlichen Kindstod (SIDS) bedroht als wenn sie in Bauchlage schlafen. Das berichten australische Forscher vom Ritchie Centre for    Baby Health Research der Monash University <a href="http://www.monash.edu.au" title="http://www.monash.edu.au" class="autohyperlink" target="_blank">www.monash.edu&#8230;.</a> in der Fachzeitschrift Sleep. Wenn auch die genaue Ursache von SIDS noch unbekannt ist, glauben die Forscher, dass Schädigungen des Weckvorgangs als Antwort auf eine lebensbedrohliche Situation eine wesentliche Rolle  spielen. Kinder, die Zigarettenrauch ausgesetzt sind, haben die niedrigsten Raten von kortikaler Erregung, die wesentlichen Einfluss auf Schlaflosigkeit, Muskeltonus, Herzfrequenz und Atmung hat, so das Ergebnis des australischen Experiments.</p>
<p></p>
<p style="text-align: justify;">Dazu untersuchten die Forscher 25 gesunde Babys jeweils drei, zehn und 22 Wochen nach der Geburt. Die Mütter von zwölf der Kinder rauchten durchschnittlich 15 Zigaretten pro Tag, die anderen waren Kinder von Nichtraucherinnen. Während des Tagesschlafs richteten die Forscher einen kurzen Luftstrahl auf die Nasenlöcher der Babys und riefen damit eine  Weckreaktion hervor. Gleichzeitig beobachteten sie, wie das Gehirn reagierte. Dabei wurden wesentliche Unterschiede im Aktivierungsmuster zwischen den beiden Gruppen festgestellt. „Unsere Forschung zeigt, dass    mütterliches Rauchen die Weckreaktionen verschlechtert, was eine    mögliche Erklärung für das höhere SIDS-Risiko darstellt“, so   Studienleiterin Rosemary Horne.</p>
<p style="text-align: justify;">“Dass Rauchen ein wesentlicher Risikofaktor für SIDS ist, bestätigt nur eine schon länger existierende Annahme“, berichtet Jörg Kutschera, Neonataloge an der Grazer Universitätsklinik für Kinder- und  Jugendheilkunde <a href="http://www.neonatologie.com" title="http://www.neonatologie.com" class="autohyperlink" target="_blank">www.neonatologi&#8230;</a> , im pressetext-Interview.</p>
<p style="text-align: justify;">In der Praxis könne man beobachten, dass Babys in Wohnungen, in denen    geraucht wird, weitaus häufiger vom plötzlichen Kindstod betroffen sind als in Nichtraucher-Wohnungen. „Andere wesentliche Faktoren, die das Risiko steigern, sind die Bauchlage des Kindes, eine Überhitzung im Schlaf, sowie ein schlechter Sozialstatus.“ Der plötzliche Kindstod kann während des gesamten ersten Lebensjahres auftreten, wobei laut Kutschera sowohl im dritten als auch im siebten Monat Häufungen der Fälle zu beobachten sind.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Aufklärungarbeit zur Prävention des plötzlichen Kindstods    http://www.sids.at konzentriert sich schon länger auf die Vermeidung des Rauchens in der Umgebung von Säuglingen. „In der Steiermark erhalten die Eltern nach jeder Geburt eine entsprechende Information, Risikofamilien mit Rauchern werden speziell angesprochen“, so Kutschera. Es sei wesentlich, dass Väter zumindest in der Wohnung auf die Zigarette  verzichten. Bei rauchenden werdenden Müttern sei eine Verhaltensänderung hingegen schwierig. „Hören sie in der Schwangerschaft nicht zum Rauchen auf, tun sie es oft auch danach nicht“, so der Grazer Kinderarzt abschließend.</p>
<p style="text-align: justify;">

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		<title>Eiweiss-Strukturen besser verstehen</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Feb 2009 07:00:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner Hense</dc:creator>
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Die Eiweisskristallographie ist heuer 50 Jahre alt. Der Nationale Forschungsschwerpunkt (NFS) „Strukturbiologie“ entwickelt die Technik weiter und gewinnt dadurch immer tiefere Einblicke in die Geheimnisse, die in den Details der räumlichen Anordnung verborgen liegen. Die neuen Kenntnisse dienen oftmals der Entwicklung neuer Medikamente.

Eiweisse sind die kleinen Macher in den Zellen. Sie sind nur einige Nanometer [...]]]></description>
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<p style="text-align: justify;">Die Eiweisskristallographie ist heuer 50 Jahre alt. Der Nationale Forschungsschwerpunkt (NFS) „Strukturbiologie“ entwickelt die Technik weiter und gewinnt dadurch immer tiefere Einblicke in die Geheimnisse, die in den Details der räumlichen Anordnung verborgen liegen. Die neuen Kenntnisse dienen oftmals der Entwicklung neuer Medikamente.</p>
<p></p>
<p>Eiweisse sind die kleinen Macher in den Zellen. Sie sind nur einige Nanometer gross und deshalb auch unter dem Mikroskop nicht sichtbar. Deshalb ist es sehr aufwendig herauszufinden, wie Eiweisse aufgebaut sind: hierfür durchleuchtet man Eiweisskristalle mit Röntgenstrahlen. 1959 ermittelten Max Perutz und John Kendrew zum ersten Mal die räumliche Anordnung eines kleinen Eiweisses namens Myoglobin – und erhielten den Nobelpreis für ihre Pionierleistung. Inzwischen wagen sich Forschende des NFS „Strukturbiologie“ an die Strukturen von immer grösseren und komplexeren Eiweissen, die sich zum Teil nur sehr schwer kristallisieren lassen. Mit der Verschiebung der Grenzen des technisch Machbaren eröffnen sich immer neue Einsichten in Eiweiss-Strukturen. Dies dürfte letztlich helfen, verbesserte, weil präzise an ihr Ziel-Eiweiss angepasste Medikamente zu entwickeln.</p>
<p>Regelmässigkeit im Kristall<br />
Die Eiweisskristallographen gehen ihre Aufgabe in drei Schritten an. Zuerst züchten sie Kristalle aus Eiweissen. Das Besondere an den Kristallen ist, dass sich hier die Eiweissmoleküle streng in ein immer wiederkehrendes Muster einordnen. In einem zweiten Schritt beschiessen die Forschenden die gezüchteten Kristalle mit Röntgenstrahlen. Diese werden wegen der regelmässigen Anordnung der Eiweissmoleküle im Kristall in besonderer Weise abgelenkt, oder – in der Fachsprache – gebeugt. So registriert eine Kamera hinter dem Kristall das Beugungsmuster der Röntgenstrahlen, das im dritten und letzten Schritt von den Kristallographen gedeutet wird. Aus dem Beugungsbild der Strahlen lassen sich mit mathematischen Verfahren Rückschlüsse auf das Kristallgitter und die räumliche Anordnung der Atome ziehen, aus denen die Eiweisse aufgebaut sind.</p>
<p>Mit dieser Methode hat eine Forschungsgruppe unter der Leitung von Nenad Ban an der ETH Zürich herausgefunden, wie das Eiweiss aufgebaut ist, das bei Säugetieren Fettsäuren herstellt. Ihre Resultate zierten das Titelblatt von „Science“, denn die Struktur dieses wichtigen Moleküls – der so genannten Fettsäure-Synthase – blieb jahrelang im Ungewissen. Dies vor allem wegen der hohen Komplexität des Eiweisses, das sich aus verschiedenen Modulen zusammensetzt.</p>
<p>Neue Waffen im Kampf gegen Krebs<br />
Durch die Aufdeckung der kniffligen räumlichen Struktur der Fettsäure- Synthase hat Timm Maier in Bans Team nun gezeigt, wie die einzelnen Module des Eiweisses zusammenarbeiten. Im verwickelten biochemischen Prozess der Herstellung von Fettsäuren übernimmt jedes Modul einen Schritt. Zusammen funktionieren sie wie ein molekulares Fliessband: Die Fettsäure-Vorstufen gelangen von einem Modul zum nächsten, wo jeweils die gerade anstehende biochemische Reaktion stattfindet.</p>
<p>Schliesslich entstehen so Fettsäuren. Sie sind als Energiespeicher, aber auch als Hauptbestandteil der Zellhülle für alle Lebewesen unerlässlich. In der industrialisierten Welt nehmen Menschen normalerweise mehr als genügend Fettsäuren über die Nahrung auf. Deshalb ist die Fettsäure-Synthase in den allermeisten Geweben nur wenig aktiv. Weil jedoch Tumore wegen ihres raschen Wachstums vermehrt Fettsäuren brauchen, sind sie auf das Funktionieren dieses bestimmten Eiweisses angewiesen. Dadurch erwächst Molekülen, die die Fettsäure-Synthase gezielt ausser Gefecht setzen – so genannte Inhibitoren oder Hemmer -, eine wichtige Rolle im Kampf gegen den Krebs. Die genaue Kenntnis der Struktur des Eiweisses schafft eine neue Ausgangslage, um neue und noch stärkere, weil präzisere Hemmstoffe zu entwickeln.</p>
<p>Kontakt:<br />
Dr. Timm Maier<br />
Tel.: +41 44 633 31 48 / E-Mail: <a class="autohyperlink" href="mailto:timm.maier@mol.biol.ethz.ch" title="mailto:timm.maier@mol.biol.ethz.ch">timm.maier@mol&#8230;.</a></p>
<p>Prof. Dr. Nenad Ban<br />
Tel.: +41 44 633 27 85 / E-Mail: <a class="autohyperlink" href="mailto:ban@mol.biol.ethz.ch" title="mailto:ban@mol.biol.ethz.ch">ban@mol.biol.et&#8230;</a></p>
<p>ETH Zürich<br />
Institut für Molekularbiologie und Biophysik<br />
Schafmattstr. 20<br />
CH-8093 Zürich<br />
Fax: +41 44 633 12 46</p>

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		<title>Sehzentrum auch bei geschlossenen Augen aktiv</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Feb 2009 07:00:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner Hense</dc:creator>
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Unser Gehirn funktioniert wie ein Bildschirmschoner: Auch wenn die Sinnesorgane keine Reize aus der Umwelt aufnehmen, was etwa bei geschlossenen Augen der Fall ist, bleiben die für die Sinneswahrnehmung zuständigen Gehirnregionen aktiv. Das haben Neurobiologen am Weizmann Institute wis-wander.weiz&#8230; gezeigt. Dargelegt wurde auch, wie sich das Gehirn trotz dieser Ruheaktivität vor Sinneswahrnehmungen schützt. Die Erkenntnisse [...]]]></description>
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<p style="text-align: justify;">Unser Gehirn funktioniert wie ein Bildschirmschoner: Auch wenn die Sinnesorgane keine Reize aus der Umwelt aufnehmen, was etwa bei geschlossenen Augen der Fall ist, bleiben die für die Sinneswahrnehmung zuständigen Gehirnregionen aktiv. Das haben Neurobiologen am Weizmann Institute <a href="http://wis-wander.weizmann.ac.il" title="http://wis-wander.weizmann.ac.il" class="autohyperlink" target="_blank">wis-wander.weiz&#8230;</a> gezeigt. Dargelegt wurde auch, wie sich das Gehirn trotz dieser Ruheaktivität vor Sinneswahrnehmungen schützt. Die Erkenntnisse könnten der Diagnose von Patienten zugute kommen, bei denen keine Reaktion auf Anweisungen des Arztes zu erwarten ist, wie etwa Komapatienten oder Kleinkinder. „Denn es wurde sichtbar, dass man auch bei Gehirnschaden eine Restaktivität der Sinnesareale im Großhirn messen kann“, erklärt Studienleiter Rafael Malach im pressetext-Interview.</p>
<p style="text-align: justify;"></p>
<p style="text-align: justify;">Dass die für einen bestimmten Sinn zuständige Gehirnregion auch bei fehlendem Stimulus aktiv ist, zeigten Experimente mit der funktionellen Magnetresonanz. „Überraschenderweise ähnelte sich die Neuronentätigkeit im aktiven und im ruhenden Zustand eines Sinnes sehr. Erst in der Geschwindigkeit und in der Amplitude dieser Impulse zeigten sich Unterschiede“, so Malach. Um diesen Unterschied festzustellen, werteten die Forscher Untersuchungsdaten von Epileptikern aus, bei denen invasive Mikrodrähte zum Einsatz gekommen waren. Diese Methode erlaubt die Untersuchung auch einzelner Gehirnregionen und erfasst auch wesentlich schnellere Ströme.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Gehirnströme in Ruheposition entsprachen dem Funktionsprinzip eines Bildschirmschoners. &#8220;Entgegen der früheren Annahme, dass erst der Reiz die Sinneswahrnehmung einschaltet, zeigte sich eine konstante Aktivität des Hirns, die von Stimuli verändert und geformt wird&#8221;, fasst Studien-Mitautor Yuval Nir die Ergebnisse zusammen. Warum das Gehirn in diesen Modus wechselt, ist noch ungeklärt. „Wir vermuten jedoch, dass die Neuronen ein gewisses Maß an Aktivität brauchen, damit die Nervenzellen vital bleiben und überleben. Möglich ist auch, dass die minimale Aktivität ein schnelleres Hochfahren des Gehirns erleichtert, sobald der entsprechende Reiz wieder auftaucht. Das ist so wie das Fluchtauto eines Banküberfall, bei dem der Motor eingeschaltet bleibt, um schneller starten zu können“, sagt Malach.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Fähigkeit des Gehirns, sich in den Ruhezustand zurückzuschalten, verdanken wir dem Umstand, dass wir nicht ständig Halluzinationen haben oder Stimmen hören, die es nicht gibt. Die deutlichsten Ruheschwingungen der Sinneszellen finden während des traumfreien Schlafes statt, zeigte die Untersuchung. „Bei entsprechender Stimulation oder im Traum werden gewisse Wahrnehmungszentren im Gehirn allerdings wieder in den aktiven Modus geschaltet“, so der israelische Neurobiologe.</p>

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		<title>Kleiner Helfer für Erste Hilfe</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Feb 2009 07:00:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner Hense</dc:creator>
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In den Industrieländern sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die mit Abstand häufigste Todesursache. Allein in Deutschland erleiden jährlich etwa 100 000 Menschen einen plötzlichen Herzstillstand. Häufige Ursachen sind ein Herzinfarkt, schwere Verletzungen bei einem Unfall oder ein Stromschlag. Ersthelfer am Notfallort werden aber oftmals durch die diagnostische Unsicherheit vom aktiven Helfen abgehalten. Ein neuer „Erste-Hilfe-Sensor“ vermag es nun, [...]]]></description>
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<p style="text-align: justify;">In den Industrieländern sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die mit Abstand häufigste Todesursache. Allein in Deutschland erleiden jährlich etwa 100 000 Menschen einen plötzlichen Herzstillstand. Häufige Ursachen sind ein Herzinfarkt, schwere Verletzungen bei einem Unfall oder ein Stromschlag. Ersthelfer am Notfallort werden aber oftmals durch die diagnostische Unsicherheit vom aktiven Helfen abgehalten. Ein neuer „Erste-Hilfe-Sensor“ vermag es nun, Ersthelfer schnell vom Herz-Kreislauf-Zustand des Verletzten zu informieren.</p>
<p style="text-align: justify;"></p>
<p style="text-align: justify;">Das von Wissenschaftlern des Instituts für Biomedizinische Technik des KIT entwickelte Gerät ist nicht größer als eine Walnuss und passt an jeden Schlüsselbund. Legt der Helfer den Sensor am Hals des Patentien an, analysiert das Gerät selbstständig Puls und Atmung, um daraus eine verlässliche Aussage abzuleiten, ob die Atmung und das Herz-Kreislauf- System gestört oder ausgesetzt sind und der Helfer eine Reanimation einleiten muss.</p>
<p style="text-align: justify;">„Antrieb für die Entwicklung des Gerätes war die Tatsache, dass es in Notfallsituationen für das Überleben einer bewusstlosen Person entscheidend ist, dass Laien den lebensbedrohenden Zustand möglichst sofort erkennen und die Person rasch richtig versorgen“, betont Dr. Marc Jäger vom Institut für Biomedizinische Technik, der das Projekt koordiniert. „Neben meiner Tätigkeit als Wissenschaftler bin ich aktiver Feuerwehrmann und sah bei vielen Verkehrsunfällen, dass die Ersthelfer hier Unterstützung brauchen. Daher habe ich das Projekt vor drei Jahren initiiert.“ Mit jeder Minute ohne Herz-Lungen- Wiederbelebung sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit um zehn Prozent. Zehn Minuten nach einem Kreislaufstillstand gibt es üblicherweise kaum Überlebenschancen.</p>
<p style="text-align: justify;">„Außer beim PKW-Führerschein gibt es keine Pflichtveranstaltung für Erste-Hilfe-Maßnahmen und das im Schnellverfahren erworbene Wissen geht häufig mit der Zeit verloren. Laut Statistik trauen sich bei einem Notfall mit Herz-Kreislauf-Stillstand zufällig anwesende Personen nur in 14 Prozent der Fälle zu reanimieren“, so Jäger. Von diesen Ersthelfern wiederum seien aber nur knapp die Hälfte in der Lage den Puls richtig zu tasten. Dies führe dazu, dass im Ernstfall nicht einmal jede zehnte Person mit Atem- und Herzkreislaufstillstand am Unfallort durch einen zufällig anwesenden Helfer korrekt reanimiert wird. Das neue Sensorsystem gibt dem Ersthelfer eine klare Entscheidungsgrundlage in den entscheidenden ersten Minuten und steigert damit die Überlebenschance des Patienten.</p>
<p style="text-align: justify;">Technische Unterstützung für Ersthelfer</p>
<p style="text-align: justify;">Bereits zehn Sekunden nach Aufkleben des Sensors am Hals des Patienten teilt das neue System dem Helfer mit, ob eine „Reanimation empfohlen“ oder „Reanimation nicht notwendig“ ist. Die technische Umsetzung erfolgt durch neuartige nichtlineare Methoden, welche es ermöglichen, Puls und Atmung am Hals punktuell und zeitgleich zu erfassen. So sorgt das Heben und Senken des Brust-korbs oder Bauchs beim Atmen ebenso wie das in den Adern pulsierende Blut zu periodischen mechanischen Veränderungen an der Körperoberfläche. Das Konzept der Signalerfassung beruht auf der Idee, diese kleinsten Änderungen in den obersten Körperschichten zu detektieren.</p>
<p style="text-align: justify;">Gegenüber bisher auf dem Markt erhältlichen Systemen hat das neue Gerät entscheidende Vorteile. Der AED (automatischer exter-ner Defibrillator) beispielsweise misst das elektrische Signal (EKG), kann aber damit nicht zwangsläufig bestimmen, ob tatsächlich Blut im Gehirn ankommt, und ist mit durchschnittlich 2 000 Euro deutlich teurer. Das Pulsoxymeter reagiert zum einen nur sehr träge auf einen Atemstillstand (mehrere Minuten), zum anderen sind die Messergebnisse bei der Minderdurchblutung der Extremitäten im Schockzustand nicht mehr zuverlässig.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Projektgruppe um Marc Jäger hat den „Erste-Hilfe-Sensor“ so konzipiert, dass er mobil und kostengünstig ist. „Der Preis wird im ein- bis zweistelligen Eurobereich liegen“, so der Wissenschaftler. „Wichtig war uns auch, dass er ständig einsatz- und griffbereit ist und beispielsweise im Verbandskasten einen Platz hat oder am Schlüsselbund hängen kann.“</p>
<p style="text-align: justify;">Derzeit erkennt das System den Zustand der Person in knapp neun von zehn Fällen korrekt. Die Wissenschaftler am Institut für Biomedizinische Technik arbeiten mit Hochdruck daran, die Erkennungsrate noch deutlich zu steigern. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie fördert das Projekt im Rahmen des EXIST- Forschungstranfers. Dieses Förderprogramm unterstützt herausragende forschungsbasierte Gründungsvorhaben, die mit aufwändigen und risikoreichen Entwicklungsarbeiten verbunden sind.</p>
<p style="text-align: justify;">Im Karlsruher Institut für Technologie (KIT) schließen sich das Forschungszentrum Karlsruhe in der Helmholtz-Gemeinschaft und die Universität Karlsruhe zusammen. Damit wird eine Einrichtung international herausragender Forschung und Lehre in den Natur- und Ingenieurwissenschaften aufgebaut. Im KIT arbeiten insgesamt 8000 Beschäftigte mit einem jährlichen Budget von 700 Millionen Euro. Das KIT baut auf das Wissensdreieck Forschung – Lehre – Innovation.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Karlsruher Einrichtung ist ein führendes europäisches Energieforschungszentrum und spielt in den Nanowissenschaften eine weltweit sichtbare Rolle. KIT setzt neue Maßstäbe in der Lehre und Nachwuchsförderung und zieht Spitzenwissenschaftler aus aller Welt an. Zudem ist das KIT ein führender Innovationspartner für die Wirtschaft.</p>

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		<title>Hauptwirkstoff von „Spice“ identifiziert</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Jan 2009 13:42:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner Hense</dc:creator>
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Das Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Freiburg und das Bundeskriminalamt warnen vor der Modedroge „Spice“
Das Rechtsmedizinische Institut des Universitätsklinikums Freiburg und das Bundeskriminalamt warnen eindringlich vor dem Konsum von „Spice“ und vergleichbaren Produkten. Bei „Spice“ handelt es sich um Mischungen aus getrockneten Pflanzenteilen, die als Räuchermischungen deklariert werden, tatsächlich aber als Ersatz für Cannabisprodukte Verwendung [...]]]></description>
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<p>Das Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Freiburg und das Bundeskriminalamt warnen vor der Modedroge „Spice“</p>
<p>Das Rechtsmedizinische Institut des Universitätsklinikums Freiburg und das Bundeskriminalamt warnen eindringlich vor dem Konsum von „Spice“ und vergleichbaren Produkten. Bei „Spice“ handelt es sich um Mischungen aus getrockneten Pflanzenteilen, die als Räuchermischungen deklariert werden, tatsächlich aber als Ersatz für Cannabisprodukte Verwendung finden. Für Konsumenten ist nicht erkennbar, ob den Kräutermischungen synthetische, hochpotente Wirkstoffe zugesetzt wurden.</p>
<p></p>
<p>Wie gemeinsame Laboruntersuchungen des Instituts für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Freiburg und des Bundeskriminalamts belegen, enthält „Spice“ als Hauptwirkstoff eine chemisch leicht modifizierte Form des synthetischen Cannabinoids „CP-47,497“. Dieser Vertreter aus der Gruppe der so genannten „nicht klassischen“ Cannabinoide weist strukturelle Ähnlichkeiten mit dem Hauptwirkstoff der Canabispflanze, dem delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) auf, besitzt aber eine gegenüber THC um ein Vielfaches erhöhte pharmakologische Potenz.</p>
<p>Das bisher in den Medien als alleiniger Wirkstoff in „Spice“ genannte cannabimimetische Aminoalkylindol „JWH-018“ konnte lediglich in einigen von der Rechtsmedizin Freiburg und dem Bundeskriminalamt untersuchten „Spice“-Proben in vergleichsweise niedriger Konzentration nachgewiesen werden. In anderen „Spice“-ähnlichen Kräutermischungen war hingegen „JWH-018“ als Hauptwirkstoff enthalten. Die gemeinsamen Untersuchungsergebnisse werden im Journal of Mass Spectrometry 2008, Band 45, veröffentlicht.</p>
<p>Die hohe Wirksamkeit der synthetischen Cannabinoide sowie die ungleichmäßige Verteilung der Wirkstoffe in den Kräutermischungen bergen das Risiko von Überdosierungen nach dem Rauchen von „Spice“ und vergleichbaren Produkten. Von einem mindestens mit Cannabis vergleichbaren Suchtpotenzial ist auszugehen.</p>
<p>Weiterhin können durch den Verbrennungsprozess beim Rauchen sowie durch Umsetzungen der Wirkstoffe im Körper toxische und potentiell krebserregende beziehungsweise krebsfördernde Produkte gebildet werden. Es besteht somit eine unmittelbare Gesundheitsgefährdung für die Konsumenten.</p>
<p>Das Bundeskriminalamt und das Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Freiburg unterstützen mit kriminaltechnischen Untersuchungsergebnissen und polizeilichen Erkenntnissen aktiv das derzeit laufende Prüfverfahren beim Bundesministerium für Gesundheit zur zeitnahen Unterstellung der festgestellten Substanzen unter das Betäubungsmittelgesetz.</p>
<p>Kontakt:<br />
Dr. Volker Auwärter<br />
Institut für Rechtsmedizin<br />
Universitätsklinikum Freiburg<br />
Tel.: 0761/ 203- 6862<br />
E-Mail: <a class="autohyperlink" href="mailto:volker.auwaerter@uniklinik-freiburg.de" title="mailto:volker.auwaerter@uniklinik-freiburg.de">volker.auwaerte&#8230;</a></p>

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