02. Juni 2009

Leben mit Rheumatoider Arthritis: Neue Broschüre mit Tipps und Informationen

Zeit ist Gesundheit: je schneller die Krankheit Rheumatoide Arthritis entdeckt und behandelt wird, desto besser können die befallenen Gelenke vor der Zerstörung bewahrt werden. Mit solch klaren Hinweisen hilft die Rheumaliga Schweiz den rund 70‘000 Menschen hierzulande, deren Gelenke chronisch entzündet sind. Eine professionelle Broschüre in Neuauflage informiert über die Krankheit, Diagnose und Therapie und ermutigt die Betroffenen zu einem autonomen Umgang mit Rheumatoider Arthritis.

Am Morgen früh länger als 30 Minuten steife Glieder? Geschwollene Gelenke und Hände, die auch in Ruhestellung schmerzen? Die Rheumaliga Schweiz hat zusammen mit Experten der Schweizerischen Gesellschaft für Rheumatologie eine Patienteninformation neu gestaltet, die sowohl medizinische wie sozialpsychologische Aspekte der Rheumatoiden Arthritis auf fachlich höchstem Niveau behandelt.

Das Bedürfnis nach Wissen ist gross, allein im letzten Jahr haben mehr als 4500 Betroffene die Broschüre in alter Auflage kostenlos bei der Rheumaliga Schweiz abgerufen.

Die Rheumatoide Arthritis (RA) ist eine immunologisch bedingte Rheumaform, deren Ursachen nicht restlos geklärt sind. Fast 1 Prozent der Bevölkerung leidet an RA, Frauen sind dreimal häufiger betroffen als Männer. Da RA bisher nur gebremst, aber nicht geheilt werden kann, ist eine frühzeitige Erkennung und medikamentöse Behandlung ausschlaggebend für den weiteren Verlauf dieser chronischen Krankheit.

Menschen mit einer aktiven rheumatoiden Arthritis sind im Alltag – beruflich und privat – sehr beeinträchtigt. Und diesen Betroffenen will die Rheumaliga Schweiz helfen – sowohl mit der neuen Broschüre wie auch mit einer patientenfreundlichen Aktionswoche im September 2009. So ist Rheumatoide Arthritis eines der Krankheitsbilder, das im diesjährigen Schwerpunktthema „Entzündliches Rheuma“ der Rheumaliga Schweiz vertieft wird: In der ersten Septemberwoche 2009 wird die Bevölkerung in zahlreichen Schweizer Städten zu kostenlosen Gesundheitsta-gungen eingeladen – ein in dieser Form einmaliger Dienst an Patienten und Interessierten in der Schweiz.

Die Broschüre Rheumatoide Arthritis ist kostenlos in Deutsch, Französisch und Italienisch erhältlich.

Bestellungen im Online-Shop der Rheumaliga Schweiz:
www.rheumaliga.ch/ch/Shop?artikelnr=D341&language=de

Broschüre in Deutsch downloaden (pdf):

www.presseporta…

Telefon: 044 487 40 10

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04. Februar 2009

Rheumatoide Arthritis: Erster Hinweis auf klinische Erfolge der Gentherapie

In der aktuellen Februar-Ausgabe der Fachzeitschrift Human Gene Therapy stellen die Autoren die Studie an zwei Patientinnen mit schwerer Rheumatoider Arthritis vor. Leiter der Untersuchung war Prof. Dr. Peter Wehling, vormals Universitätsklinikum Düsseldorf, Klinik für Orthopädie, der die Studie in Kooperation mit deutschen und amerikanischen Wissenschaftlern 1997 und 98 durchgeführt hat.

Bei der Gentherapie werden die Gene der Zellen so verändert, dass entweder ein Gendefekt repariert wird oder die Zelle in die Lage versetzt wird, ein Protein zu produzieren, das die Krankheit stoppt. Die ersten klinischen Studien zu derartigen Verfahren begannen im Jahr 1990. Behandelt wurden seltene genetische Defekte des Immunsystems. Für die vorliegende Studie wurde das Verfahren des Gentransfers von der Ethik-Kommission des Universitätsklinikums Düsseldorf in der verwendeten Form bestätigt.

Die Rheumatoide Arthritis ist eine klassische Autoimmunerkrankung, bei der sich das Immunsystem des Körpers mit der Folge geschwollener und entzündeter Gelenke, gegen sich selbst richtet. Das Gelenkgewebe, insbesondere der Knorpel, wird dauerhaft zerstört. Es gibt bislang keine Heilung. Geschätzt werden ca. Eine Million Erkrankungsfälle in Deutschland. „Rheumatoide Arthritis ist eine extrem schmerzhafte Erkrankung, die mehrere Gelenke des Körpers betreffen kann. Die Rheumatoide Arthritis ist deshalb eine ideale Indikation für dieses Verfahren, weil das Gelenk ein abgeschlossener Raum innerhalb des Körpers ist, in den gentechnisch veränderte Zellen, einfach injiziert werden können, da sie dort verbleiben,“ erläutert Prof. Dr. Rüdiger Krauspe, Direktor der Orthopädischen Klinik des Universitätsklinikums Düsseldorf.

Prof. Dr. Peter Wehling, Leiter der Studie, erklärt das Verfahren: „Indem wir körpereigene gentechnisch veränderte Zellen in das betroffene Gelenk injiziert haben, konnte die Produktion des humanen Interleukin-1 Rezeptor Antagonisten (stoppt die Knorpelzerstörung) stimuliert werden. Er dient dazu, das Interleukin-1 Protein zu blockieren, das für die Entzündungsprozesse verantwortlich ist.“ „Der Ansatz der Studie war, dass dieses Gen kontinuierlich innerhalb des Gelenks ‚arbeiten sollte‘,“ sagte Christopher H. Evans, Center for Molecular Orthopaedics, Harvard Medical School, Boston, ebenfalls Ko- Autor der Studie. „Grundsätzlich konnte gezeigt werden, dass eine Gentherapie bei Gelenkerkrankungen machbar und sicher ist,“ so Dr. Julio Reinecke, verantwortlicher Molekularbiologe der Fa. Orthogen Düsseldorf anlässlich der Veröffentlichung.

Die Studie wurde an zwei Patientinnen durchgeführt, beide unter 75 Jahren alt mit der Diagnose fortgeschrittener Rheumatoider Arthritis. (Weil wegen eines anderen Gentherapieversuchs bei einer anderen Erkrankung Komplikationen auftraten, konnten nur zwei statt der geplanten sechs Probanden in die Studie eingeschlossen werden). Nach vier Wochen berichteten die Patientinnen über verminderte Schmerzen und Schwellungen. Bei einer der beiden Probandinnen waren diese Effekte dramatisch. Das behandelte Gelenk blieb schmerzfrei, obschon andere unbehandelte Gelenke der Patientin von weiteren Schüben der Erkrankung betroffen waren. Laboruntersuchungen des Gewebes aus dem behandelten Gelenk zeigten geringere Mengen des Interleukin-1 Proteins, was bestätigt, dass dessen Reduzierung auf die Therapie zurückgeht.

Die Studie zeigt, das die Gentherapie klinische Erfolge in der Behandlung rheumatoider Arthritis bewirkt und das Verfahren – über den bisherigen Beobachtungszeitraum – als sicher gelten kann. Der beschriebene viel versprechende Ansatz sollte in weiteren Studien erhärtet werden. Die Studie wurde mit Mitteln des Landes NRW unterstützt, das die Fa. Orthogen 1994 gefördert hat, um die Untersuchung zusammen mit der Universität Düsseldorf durchzuführen.

Die Studie entstand in Kooperation des Universitätsklinikums Düsseldorf, Klinik für Orthopädie, der Fa. Orthogen Düsseldorf, der University of Pittsburgh School of Medicine; und Steven Ghivizzani, University of Florida College of Medicine und Christopher H. Evans, Center for Molecular Orthopaedics, Harvard Medical School, Boston.

Kontakt:        Prof. Dr. Med. Peter Wehling, Arzt für Orthopädie- Molekulare Medizin,
Stadttor 1, 40219 Düsseldorf, Tel.: 0211-60255-0, Mobil: 0172-2107311 Prof. Dr. Rüdiger Krauspe, Direktor der Orthopädischen Klinik des Universitätsklinikums Düsseldorf, Tel.: 0211 / 81-17961

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25. November 2008

Durchbruch in der Erforschung von Lungenerkrankungen

Die „chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen“ (COPD) gehören zu den Volkskrankheiten: Weltweit leiden schätzungsweise 44 Millionen Menschen daran, allein in Deutschland rund fünf Millionen. Die Patienten haben mit Luftnot zu kämpfen, ihre Bronchien sind verengt.

Nicht selten verläuft die Erkrankung tödlich. Die Hauptursache: Zigarettenqualm; neun von zehn Betroffenen sind Raucher. Dem Essener Wissenschaftler Dr. Bernhard B. Singer, Spezialist für Biochemie, Molekularbiologie und Immunologie am Institut für Anatomie des Universitätsklinikums, ist zusammen mit Kollegen aus Berlin und dem schwedischen Malmö ein Durchbruch in der Erforschung dieser lebensgefährlichen Erkrankung gelungen. Die Ergebnisse veröffentlichte er jetzt in der November-Ausgabe der renommierten Zeitschrift Nature Immunology.

„Bei ungefähr 50 Prozent der an COPD Erkrankten besiedeln so genannte Moraxellen die unteren Atemwege. Diese Bakterienstämme beeinflussen das Zusammenspiel von Rezeptoren im menschlichen Organismus und nehmen so negativen Einfluss auf den Krankheitsverlauf“, erklärt Dr. Bernhard B. Singer. Zum Hintergrund: Die Moraxellen in den Atemwegen der Patienten aktivieren den Rezeptor, also die „Empfangsstation der Zelle“, mit dem Namen CEACAM. Dieser wiederum hindert den TLR 2 – Rezeptor daran, seine Aufgabe – nämlich Bakterien zu erkennen und zu bekämpfen – richtig zu erfüllen. Mit dem Ergebnis, dass die Schleimhaut der Bronchien keine genügend starke Entzündung entwickeln können, um die Bakterien zu vernichten. So bleiben die Moraxellen für lange Zeit in den Bronchien und belasten die Lunge und damit den Patienten dauerhaft.

Neue Erkenntnisse nutzen bei Arthritis, Morbus Crohn oder Schuppenflechte
Das Team um Dr. Bernhard B. Singer geht nun verstärkt der Frage nach, wie die Moraxellen genau wirken, um so den Patienten, die unter COPD leiden, besser helfen zu können. Gleichzeitig wollen die Forscher ihre Erkenntnis auch für Erkrankungen nutzen, die mit starken Entzündungen einhergehen – wie Colitis Ulcerosa, Morbus Crohn, Schuppenflechte oder Rheumatoide Arthritis. „Entzündungsreaktionen bei einigen Erkrankungen würden weniger stark ausfallen, wenn wir es schafften, die Wirkung von Moraxellen auf TLR2 zu imitieren“, erläutert Dr. Singer und ergänzt: „Nur durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Medizinern und Grundlagenforschern ist es uns hier gelungen, den medizinischen Fortschritt für den Menschen wieder ein Stückchen voranzubringen.“ Besonders hebt er in diesem Zusammenhang die enge Kooperation mit Dr. Hortense Slevogt, Fachärztin für innere Medizin und Infektiologie an der Berliner Charité, hervor.

Nähere Informationen:
Dr. Bernhard B. Singer; Spezialist für Biochemie, Molekularbiologie und Immunologie am Institut für Anatomie des Universitätsklinikums Essen; Tel.: 0201/723-4389, bernhard.singer…

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